Nachverdichtung braucht Schulterschluss von Politik und Experten

Rechtliche Hürden und Anrainersorgen müssen gemeinsam so rasch wie möglich beseitigt werden

Wien (OTS) - Obwohl in Österreich die Stadt-Bevölkerungsprognosen jährlich angehoben werden, geht vor allem in Wien die Zahl der Wohnbauprojekte zurück. Zusätzlich steigt die Arbeitslosenzahl am Bau, da viele Projekte auf Eis liegen.

Wiener Bauvorhaben stagnieren wegen rechtlich veralteter Rahmenbedingungen

Die viel versprechende Wiener Bauordnung ist immer noch keine beschlossene Sache. Flächenwidmungspläne sind veraltet und gehen noch immer vom Schrumpfen der Städte anstelle des tatsächlichen dramatischen Zuwachses aus. Dadurch bleiben große Potentiale durch Dachausbauten, Aufstockungen und die Verbauung von Innenhöfen ungenutzt. Überzogen ausgelegte Richtlinien bei Sicherheitsstandards wie zum Beispiel bei Brandschutz und Barrierefreiheit treiben Baukosten in unnötige Höhen, auch bedarfsgerechter Neubau bleibt dadurch oft aus. Anreize im Mietrecht - etwa für nachhaltig sanierte Wohnungen - fehlen vollkommen.

Anrainerproteste stoppen Projekte

Hans Jörg Ulreich, Bauträgersprecher der Fachgruppe Wien der Immobilientreuhänder: "Schafft ein Bauvorhaben alle Hürden, muss man am Ende oft noch organisierte Anrainerproteste überwinden. Jeder ist für mehr Wohnraum, aber nicht, wenn ihm Baustellenlärm oder verbaute Sicht auf den Park gegenüber drohen!" Künftig muss bereits bei Planung die Kommunikation mit den Anrainern starten, um so mögliche Konflikte bereits in der Anfangsphase auszuräumen.

Slums drohen als Zukunftsprognose

Die Auswirkungen sieht Ulreich dramatisch: "Wenn nicht sofort gehandelt wird, droht der Zerfall unserer städtischen Gebiete in einzelne Ghettos und in Satellitenbezirke am Stadtrand! Damit besteht zusätzlich die Gefahr, dass die Bundeshauptstadt im kommenden Jahrzehnt zum sozialen Brennpunkt wird!" Ulreich fordert daher einen raschen solidarischen Zusammenschluss der politischen Verantwortlichen und Experten: "Wir müssen heute die Zukunftsprognosen umfassend in die rechtlichen Rahmenbedingungen und Kommunikationsstrategien miteinbeziehen und geschlossen handeln! Rechtliche Hürden müssen gemeinsam beseitigt und betroffene Anrainer überzeugt werden. Es braucht kein Bekenntnis, sondern die Umsetzung der dringend notwendigen Nachverdichtung!"

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Hans Jörg Ulreich
Fachgruppe Wien der Immobilientreuhänder
Email: office@ulreich.at
Tel: 01/786 61 10

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