Heimische Familienbetriebe sind das Fundament des ländlichen Raums

Klare Aussagen bei der Forstökonomischen Tagung 2013

Wien (OTS) - 22. November 2013 - Veränderungen in Klima, Umwelt, Politik und Gesellschaft beeinflussen nicht nur den Menschen, sondern auch den heimischen Wald, der mit 4 Millionen Hektar fast die Hälfte unserer Staatsfläche bedeckt. Eine umfassende Leistungssteigerung in der Schutz-, Erholungs- und Nutzfunktion sowie Wohlfahrtswirkung des Waldes ist die natürliche Konsequenz. Diese Veränderungen beeinflussen auch die Forstökonomie und die Eckpfeiler der nachhaltigen Waldbewirtschaftung.

Eckpfeiler der Nachhaltigkeit

"Das erfolgreiche österreichische Modell einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung basiert auf den drei Eckpfeilern: sicheres Eigentum an Grund und Boden, Werterhalt der Institution Familie sowie stabile wirtschaftliche und rechtliche Rahmenbedingungen. Jeder Angriff auf einen dieser Aspekte, wie es zum Beispiel Vermögenssteuern wären, gefährdet automatisch den forstökonomischen Ansatz und damit auch die Lebensbedingungen für die Bevölkerung im ländlichen Raum. Denn im Sinne der Nachhaltigkeit müssen die Spielregeln von heute auch noch morgen gelten, die unbelastete Weitergabe in der Generationenfolge möglich bleiben und mit einer nachhaltigen und fairen Steuerpolitik die Erträge genützt und die Substanz geschützt werden", unterstreicht der Präsident der Land&Forst Betriebe, DI Felix MONTECUCCOLI, im Rahmen der Forstökonomischen Tagung die wichtigsten Voraussetzungen für professionelles, nachhaltiges Waldmanagement und plädiert für den Erhalt dieser Eckpfeiler.

Nachhaltiges Waldmanagement braucht Rechtssicherheit

"Durch multifunktionales Waldmanagement werden alle Schutzziele, Umweltleistungen, die Wertschöpfung und auch die gesellschaftlichen -teils widersprüchlichen - Interessen auf ein- und derselben Fläche verantwortungsvoll berücksichtigt. Ermöglicht wird dieses komplexe Zusammenspiel durch forstökonomische Lenkungsmaßnahmen, die auf dem wirksamen Schutz der persönlichen und betrieblichen Eigentumsverhältnisse aufbauen und denen daher weiterhin oberste Priorität einzuräumen ist", so einhellig der Tenor der anwesenden Forstexperten.

"Von diesem notwendigen Schutz sind auch die betrieblichen Daten betroffen. Denn die Forstwirtschaft ist zunehmend mit Betriebs- und Flächendatenerhebungen konfrontiert, die unter dem Titel fragwürdiger "öffentlicher" Interessen geführt werden. Dies widerspricht dem Grundrecht auf betrieblichen und persönlichen Datenschutz. Es müssen dringend Maßnahmen zur Sicherung der betrieblichen Informationen gesetzt werden. Die Erarbeitung eines Geodatengesetzes zur Regelung der Erhebung, Verwendung und Veröffentlichung von spezifischen Daten ist unbedingt erforderlich", betont der Verbandspräsident den dringenden Handlungsbedarf für den Gesetzgeber.

Multifunktionalität - Lösungsansatz für die Zukunft

"Mag im Einzelfall die Erhaltung unbeeinflusster Flächen Sinn machen, sind zusätzliche Außer-Nutzung-Stellungen und Wildnisgebiete keine Lösung für die komplexen umwelt- und gesellschaftspolitischen Herausforderungen an den heimischen Wald. Denn großflächige, unbewirtschaftete Wälder berücksichtigen nicht die notwendige Breite von ökologischen, ökonomischen und sozialen Aspekten in einem nachhaltigen System. Sie tragen wenig bis nichts zur Lösung der Klimaprobleme, zum Schutz vor Naturgefahren und zur Sicherung des ländlichen Raumes bei", äußert sich der Präsident der Land&Forst Betriebe am Rande der Tagung zu eindimensionalen Ideen, die auch unter dem neuen Schlagwort "non-intervention-management" zu finden sind.

Programm der Ländliche Entwicklung ist unverzichtbar

"Durch nachhaltiges Waldmanagement schafft der heimische Forst vielfältige ökologische und soziale Leistungen und ermöglicht rund 300.000 Menschen in der Wertschöpfungskette Holz ein Einkommen. Damit sichert er Arbeitsplätze, Infrastruktur und Dienstleistungen im strukturschwachen ländlichen Raum. Die EU hat diese vielfältigen Leistungen als wesentlichen Teil der flächendeckenden Land- und Forstwirtschaft erkannt und daher bereits entsprechende Akzente im Rahmen der gemeinsamen Agrarpolitik für die Waldbewirtschaftung gesetzt. Um allerdings allen Anforderungen an den Wald in seiner Schutz-, Wohlfahrts-, Erholungs- und Nutzwirkung gerecht zu werden -und dadurch die Wertschöpfung im ländlichen Raum sichern zu können -muss beim Programm der Ländlichen Entwicklung ein Kofinanzierungssatz von 50 Prozent jedenfalls beibehalten bleiben", fordert Verbandspräsident MONTECUCCOLI die politischen Verhandlungsführer im Rahmen der Fachtagung auf, Verantwortung für die Landbewirtschaftung als Fundament des ländlichen Raumes zu übernehmen.

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