50.000 Likes gegen Zentralmatura: Schülerunion stellt Ultimatum

Missstände bis 6. Dezember rasch klären. Schüler zeigen sich auf Facebook streikwillig

Wien (OTS) - Rund 50.000 Likes haben drei Facebook-Seiten, die auf die Probleme der Zentralmatura hinweisen, bereits gesammelt. Die Schüler kritisieren einige Neuerungen, die durch die neue Reifeprüfung auf sie zukommen. Einige Schüler zeigen sich streikwillig, die ersten Demonstrationen sind schon geplant. Schülerunion-Bundesobmann Thomas Gaar steht jetzt in Kontakt mit den Seitenbetreibern.

"Die Seiten-Gründer möchten vor allem die vielen Missstände rund um die standardisierte kompetenzorientierte Reifeprüfung aufzeigen. Als Schülerunion stehen wir zu hundert Prozent hinter der Forderung nach klaren Stellungnahmen seitens des BMUKK. Wir suchen zuerst den gemeinsamen Dialog. Viele Schüler fühlen sich unzureichend vorbereitet und sind ein Jahr vor dem Maturatermin verunsichert. Jetzt ist das Ministerium am Zug. Andernfalls überlegen wir seitens der Schülerschaft andere Instrumente einzusetzen. Eine Option ist ein Schüler-Streik", sagt Bundesobmann Thomas Gaar.

Folgende Punkte stoßen bei den Schülern auf Unverständnis:
- Auf Anfrage der Bundesschülervertretung haben Schüler aus etlichen Schulen die Ergebnisse ihrer ersten Mathematik-Schularbeit im heurigen Jahr eingeschickt. Ergebnis: 75 Prozent negative Schularbeiten. Das sorgt ein Jahr vor Prüfungsantritt für Unsicherheit bei den Schülern. Die Schüler fordern eine Überarbeitung der Bewertungskriterien in Zusammenarbeit mit den Schulpartnern.
- Die Umstellung der Schulbücher hat zu lange gedauert. Nur zwei Jahre Vorbereitungszeit mit den aktuellen Materialien sind zu kurz. - In den AHS (und teilweise in BMHS) darf bei der Fremdsprachen-Matura kein Wörterbuch verwendet werden. Die Schüler fordern ein Wegkommen vom starren Auswendiglernen von Vokabeln, hin zur richtigen Entwicklung eines Sprachgefühls. Im 21. Jahrhundert, wo jeder auf dem Smartphone ein Wörterbuch mit sich führt, muss eine zeitgemäße Lösung gefunden werden.
- Die Vorbereitungszeit zwischen schriftlicher und mündlicher Matura ist mit zwei Wochen zu kurz.
- Schüler aus den westlichen Bundesländern haben eine Woche weniger Zeit für die Maturavorbereitung in der Abschlussklasse (späteres Ferienende).
- Es gibt noch immer keine Lösung für Sitzenbleiber, die überraschend in das neue System fallen. Vor einigen Monaten wurde vom bifie (Bundesinstitut für Bildungsforschung, Innovation und Entwicklung, zuständig für die Umsetzung der neuen Matura) Sommer-Kurse für die Betroffenen zugesichert. Konkrete Pläne wurden noch immer nicht vorgelegt.
- Es scheitert derzeit erheblich an der Kommunikation zwischen bifie - Lehrer - Schüler. Informationen kommen teilweise sehr spät oder gar nicht ins Klassenzimmer.

Die Schülerunion fordert gemeinsam mit der Bundesschülervertretung und Bundesschulsprecherin Angi Groß auf eine flächendeckende Info-Offensive in den einzelnen Schulstandorten. Bis 6. Dezember müssen klare Schritte zur Problemlösung vom BMUKK kommen, damit für die Schüler endlich Klarheit herrscht. Andernfalls drohen die Schülervertreter mit Streiks. Bereits 2009 gingen zehntausende Schüler auf die Straße, um gegen die Abschaffung der schulautonomen Tage zu mobilisieren.

Groß wurde bereits zu ersten Treffen mit dem bifie und dem Ministerium eingeladen. Sie fordert, dort die ersten Maßnahmen präsentiert zu bekommen.

"Jetzt müssen sofort die ersten Schritte gesetzt und die großen Fragen gelöst werden. In der nächsten Phase muss endlich die Kommunikation zwischen bifie - Lehrern - Schülern funktionieren. Andernfalls ziehen wir durchaus andere Kampfmaßnahmen in Betracht!", sagt Bundesschulsprecherin Angi Groß.

"Ich habe in meinem Umkreis den Unmut zur Zentralmatura mitbekommen und eine Facebook-Seite mit mittlerweile rund 25.000 Gefällt-Mir-Angaben gegründet. Jetzt sind die politischen Handlungsträger gefordert, bei den Problemen anzusetzen", so Lorenz Trettenhahn, Seitenbetreiber von "Zentralmatura, nein danke".

Die Schülerunion ist die größte Interessensvertretungsorganisation für Österreichs Schüler. Über 30.000 Mitglieder vernetzen sich, um sich auf Bezirks-, Landes- und Bundesebene für eine Verbesserung der Schule auf Basis der Schülerinteressen einzusetzen. Entsprechende Forderungen bringt die Schülerunion zusätzlich im Rahmen der Bundesschülervertretung (BSV) ein, in der sie in diesem Schuljahr 28 von 29 Mandaten stellt.

Rückfragen & Kontakt:

Edin Kustura
Pressesprecher Schülerunion
edin.kustura@schuelerunion.at
0664 520 12 11

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | OSU0001