Neues Volksblatt: "Spitalitis" von Herbert SCHICHO

Ausgabe vom 22. November 2013

Linz (OTS) - Schnupfenzeit ist und deswegen hört man derzeit oft "Gesundheit". Diese Höflichkeitsfloskel hat allerdings gerade in Österreich einen bitteren Beigeschmack, denn überdurchschnittlich hohen Ausgaben stehen laut aktueller OECD-Studie nur durchschnittliche Erfolge bei der Gesundheit gegenüber.
Doch eines ist klar: Die Österreicher wären grundsätzlich nicht kränker als die Menschen auf der anderen Seite des Inn oder hinter dem Brenner, aber unser Gesundheitssystem hat leider Krankheiten. Die Auffälligste ist die Spitalitis: Österreich hat mit Abstand die meisten Krankenhausaufenthalte, viele davon wären laut OECD vermeidbar. Während in anderen Ländern chronisch Kranke ambulant oder gar im niedergelassenen Bereich therapiert werden, werden sie bei uns oft stationär behandelt, während anderswo Eingriffe ambulant gemacht werden, wird man in Österreich stationär aufgenommen. Dies taugt vermutlich den Patienten nicht und verursacht hohe Kosten. Ein Symptom der Spitalitis ist die hohe Anzahl der Spitalsbetten. Auch hier liegen wir im Spitzenfeld.
Zumindest in Oberösterreich hat man vor zwei Jahren mit der Behandlung der Spitalitis begonnen. Die ersten Erfolge zeigt der Evaluierungsbericht der Spitalsreform: Die Versorgungsqualität und die Patientenzufriedenheit haben trotz Kostendämpfung nicht gelitten. Und eine positive Nebenwirkung gibt es auch im Landesbudget.

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