Stronach/Lintl: Problem der Jugendarbeitslosigkeit an der Wurzel packen

Teure EU-Beschäftigungsprogramme nicht zielführend - Höhere Wertschätzung für handwerkliche Berufe sowie Reform der Pflichtschulausbildung notwendig

Wien (OTS) - "Es kann nicht die Lösung sein, Jugendliche in teuren Beschäftigungsprogrammen unterzubringen - das ist allenfalls eine Medizin zur kurzfristigen Linderung des Problems, aber keine Ursachenbekämpfung", kritisiert die Team Stronach-Sprecherin für Arbeit und Soziales Abg. Dr. Jessi Lintl die beim Jugendarbeitslosigkeitsgipfel in Paris beschlossene EU-Jugendgarantie.

Österreich stehe zwar im EU-Vergleich mit einer Jugendarbeitslosigkeit von 8,7 Prozent an der relativ guten zweiten Stelle hinter Deutschland. Dennoch ist für Lintl jeder arbeitslose Jugendliche einer zu viel. "Anstatt EU-weit Milliarden in subventionierte Praktika zu stecken, müssen wir das Problem an der Wurzel anpacken. Denn es gibt nicht zu wenige Jobs für unsere Jugendlichen, viele Branchen klagen sogar über einen Mangel an qualifizierten Mitarbeitern. Insbesondere in technischen Berufen sind Fachkräfte gefragter denn je."

Lintl sieht die hauptsächliche Ursache für diese Inneffizienz des Arbeitsmarktes im schlechten Ansehen handwerklicher Berufe und der Industrie in den letzten zwei Jahrzehnten. "Vielfach wurde propagiert, dass Europa mehr und mehr zu einem Dienstleistungskontinent wird und die Rolle der Industrie folglich unbedeutender. Dem ist nicht so. Denn aufgrund technologischer und qualitativer Vorreiterschaft in vielen Branchen können wir mit der asiatischen Niedriglohnkonkurrenz mithalten."

Doch genau dieser veränderte gesellschaftliche Fokus von der Industrienation zur Dienstleistungsnation habe zu einer Fehlallokation der geistigen Ressourcen geführt. "Es gibt eine Vielzahl von Akademikern in geisteswissenschaftlichen und wirtschaftswissenschaftlichen Fächern, die der Markt schlichtweg nicht benötigt, während die Industrie über einen Fachkräftemangel bei technischen Berufen klagt", so Lintl.

Hier sieht Lintl die Politik gefragt lenkend einzugreifen. Es brauche eine höhere Wertschätzung für technische und handwerkliche Berufe, etwa durch eine Reform des Handwerksunterrichts in der Schule. Hier sei auch die Industrie gefordert. Außerdem müsse bei der Pflichtschulausbildung angesetzt werden. "Denn es ist schwierig, junge Menschen am Arbeitsmarkt unterzubringen, wenn laut Studien 28 Prozent der Pflichtschulabsolventen nicht ausreichend Rechnen, Schreiben und Lesen können. Ein Lehrling, der nicht in der Lage ist auszurechnen, wie viele Quadratmeter Fliesen man für ein Badezimmer braucht, ist für einen Lehrherren leider unbrauchbar", so die Team Stronach Sprecherin für Arbeit und Soziales.

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