ORF und NGOs starten weltweit einzigartige Umweltinitiative "Mutter Erde braucht Dich"

Auftakt für österreichweite Bewusstseins- und Spendenkampagne

Wien (OTS) - Gestern, am 20. November 2013, wurde vom ORF und den führenden österreichischen Umwelt- und Naturschutzorganisationen der Startschuss für eine weltweit einzigartige Umweltinitiative gegeben. Vor dem jährlich am 5. Juni stattfindenden Weltumwelttag werden künftig alle Medien des ORF eine Woche lang einen Umweltschutz-Schwerpunkt setzen. Im Rahmen dieser Schwerpunktwochen wird der ORF in all seinen Kanälen jährlich wechselnde relevante Umweltthemen (z. B. zu den Themen Wasser, Luft und Artenvielfalt) präsentieren und die österreichische Öffentlichkeit umfassend zu allen Aspekten informieren. Auch die Umweltorganisationen werden ihre Kommunikationskanäle in die Initiative einbringen. Gleichzeitig wird - neben Sozial- und Katastrophenhilfe - eine dritte ORF-Spendensäule etabliert, mit der Spenden für Natur- und Umweltschutzprojekte in Österreich und auf der ganzen Welt gesammelt werden sollen.

Bewusstseinsbildung für Umweltschutz

"Wir feiern die Geburtsstunde einer weltweit einzigartigen Initiative", freut sich Dr. Alexander Wrabetz, Generaldirektor des ORF. Die führenden österreichischen Umweltorganisationen (NGOs) und der ORF haben sich zusammengeschlossen, um gemeinsam an der Lösung der dringlichsten Umweltprobleme zu arbeiten. "Wir hoffen, damit auch national und international Nachahmer zu finden und so eine verstärkte mediale Bewegung für den Umwelt- und Naturschutz einzuleiten", so Wrabetz weiter.

Im ORF wird dem Thema "Umwelt" künftig jedes Jahr eine Schwerpunktwoche gewidmet. Mit jährlich wechselnden Themensetzungen soll das Bewusstsein in der österreichischen Bevölkerung für Umweltthemen nachhaltig gesteigert werden. Die erste Schwerpunktwoche findet vom 28. Mai bis 5. Juni 2014 statt.

Das Thema "Umweltschutz" bekommt damit einen jährlich wiederkehrenden Platz im ORF-Jahreskalender. Der ORF knüpft mit dieser Initiative an die schon bisher erfolgreichen Schwerpunktwochen an und vereint alle umweltrelevanten Formate unter einer Dachmarke.

Durch die NGO-Partnerschaft gewinnt der ORF Zugang zur Expertise dieser Organisationen und erhält so wertvolle nationale und internationale fachliche Unterstützung bei der inhaltlichen Ausgestaltung der Schwerpunktwochen.

Eine dritte Spendensäule

Erklärtes Ziel der Initiative ist auch, Spenden zur Unterstützung nationaler und internationaler Umweltprojekte zu sammeln. Grundsätzlich wird sich jede Umweltinitiative um die Unterstützung aus diesem Umweltprojekten gewidmeten Spendentopf bewerben können. "Spenden für den Umweltschutz machen in Österreich nur etwa drei Prozent des gesamten Spendenvolumens aus. Wir hoffen, dass mit den Einnahmen der Initiative künftig noch mehr für unsere Umwelt im In-und Ausland getan werden kann", so Reinhard Dayer, Geschäftsführer der Naturfreunde Österreich.

Um größtmögliche Transparenz zu gewährleisten und für eine möglichst unbürokratische Abwicklung zu sorgen, wurde ein gemeinsamer Verein "Wir für die Welt" gegründet, der die Spendengelder nach exakt definierten Kriterien an Projekte mit dem Ziel vergibt, größtmöglichen Nutzen für die Natur sicherzustellen. Die fachliche Kontrolle übernimmt ein eigens dafür eingerichteter Expertenbeirat, der von den führenden Umwelt- und Naturschutzorganisationen des Landes beschickt wird.

"Wir wollen mit der Initiative die Umweltsituation in Österreich verbessern, aber auch an den global bedeutendsten Problemen des Umweltschutzes arbeiten", erklärt Alexander Egit, Geschäftsführer von Greenpeace Österreich.

Einerseits sollen nationale Initiativen gefördert werden, die Österreichs Umweltsituation verbessern. Dabei soll insbesondere der Mitmach-Aspekt durch jeden Einzelnen besonders berücksichtigt werden. Dazu zählen etwa Initiativen zur Reduktion von Pestiziden, zum Schutz der ökologischen Vielfalt oder wertvoller Ökosysteme wie Auen und Fließgewässer. Andererseits werden aber auch groß angelegte Initiativen mit hoher, überregionaler Relevanz gefördert. In Österreich zählen dazu Aktivitäten zum Schutz von europaweit bedeutenden Arten und Lebensräumen oder Projekte zur Förderung ökologisch verträglicher erneuerbarer Energieformen. International kommen etwa die Unterschutzstellung von tropischen Wäldern, die Erhaltung der Lebensräume von bedrohten Arten wie Orang-Utan, Tiger oder Eisbär sowie die Transformation des globalen Energiesystems weg von klimazerstörendem Öl und Kohle hin zu sauberen Energieformen in Frage.

ORF und NGOs beabsichtigen mit der Initiative "Mutter Erde braucht Dich" innerhalb von drei Jahren, die größte und bedeutendste organisationsübergreifende Umweltinitiative Österreichs zu werden und so einen bedeutenden Bewusstseinswandel und auch ökonomischen Beitrag für Natur- und Umweltschutzprojekte in Österreich und weltweit zu ermöglichen.

Erde unter Druck

2013 erlebte Österreich bereits das dritte "100-jährigeHochwasser" seit dem Jahrtausendwechsel und die ersten Temperaturen über 40 Grad Celsius während des außergewöhnlichen Dürresommers - ein Vorgeschmack auf die Auswirkungen des weltweiten Klimawandels und dem globalen Trend entsprechend, aus dem sich Österreich naturgemäß nicht auskoppeln kann. Weltweit nehmen extreme Wettereignisse wie Wirbelstürme, Trockenperioden und Überflutungen mit verheerenden Konsequenzen zu.

Im Jahr 2025 werden weltweit 5,5 Milliarden Menschen mit Wasserknappheit kämpfen.

Der indische Monsun, der die Ernährungsgrundlage für mehr als eine Milliarde Menschen darstellt, wird immer häufiger ausbleiben oder zu extremen Niederschlägen führen.

Durch den steigenden Meeresspiegel werden "flache" Inseln und Küsten unbewohnbar und große Migrationswellen ausgelöst.

Um die biologische Vielfalt - die in jeder Hinsicht die beste Versicherung gegen Krisen ist - zu erhalten, gilt es vor allem, den Verlust an Lebensräumen einzudämmen. Doch auch hier geht der globale Trend in die falsche Richtung:

Ohne Waldschutzmaßnahmen wird die Welt bis 2050 Waldgebiete in der Größe von 2,3 Millionen Quadratkilometern verlieren - das entspricht mehr als der Hälfte aller 28 EU-Länder.

Bis Mitte dieses Jahrhunderts brechen - wenn sich der Trend so fortsetzt - alle derzeit genutzten Bestände an Speisefischen und Meeresfrüchten zusammen, so dass keine Nutzung (auch keine nachhaltige) mehr möglich sein wird.

"Wenn wir eine Trendwende schaffen wollen, müssen wir rasch handeln", so Roman Türk, Präsident des Naturschutzbundes. "Dafür braucht es vor allem hohes gesellschaftliches Bewusstsein für die Bedürfnisse der Natur, Bereitschaft zur Veränderung aber auch Geldmittel, um Aktivitäten zum Schutz bedrohter Arten und Lebensräume durchzuführen."

Struktur und Partner

Im Verein vertreten sind der ORF und die größten Umwelt- und Naturschutzorganisationen Österreichs - BirdLife, GLOBAL 2000, Greenpeace, Naturfreunde, Naturschutzbund, VCÖ und WWF.

Ziel der Initiative ist es auch, eine europaweite Vorreiterrolle in der Zusammenarbeit "öffentlich- rechtlicher Rundfunk" und Umweltschutzorganisationen zu erreichen. Damit wird dem gesetzlichen Kernauftrag des ORF (§4 Abs 14 ORF Gesetz: Der ORF hat für Information über Themen des Natur- und Umweltschutzes unter Berücksichtigung der Förderung des Verständnisses über die Prinzipien der Nachhaltigkeit zu sorgen) entsprochen.

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