Hauptversammlung der Bundesarbeitskammer gegen Panikmache bei den Pensionen (4)

Jüngeren nicht weismachen, ihre Pension sei unfinanzierbar - Beschäftigung Älterer mit Bonus-Malus-System sichern

Krems (OTS) - In einer einstimmig beschlossenen Resolution wendet sich heute die Hauptversammlung der Bundesarbeitskammer gegen die Panikmache punkto Pensionen. Seriöse Langzeitberechnungen belegen, dass es nicht stimmt, dass die Pensionen der Jungen unfinanzierbar und weitere Einschnitte in die Pensionen notwendig seien. Allerdings wird sich die Situation der Älteren auf dem Arbeitsmarkt verschärfen, die Hauptversammlung setzt sich daher für ein Bonus-Malus-System zur Förderung der Beschäftigung Älterer ein.

Das Langfristgutachten 2013 der Pensionskommission zeigt, dass bis 2030 um mehr als zwei Jahre länger im Erwerbsleben sein werden als noch 2012. Damit werden die im Jahr 2010 gesteckten Ziele übererfüllt. Auch die Bundesmittel zur Pensionsversicherung liegen im Zeitraum bis 2030 etwa auf dem Referenzpfad des Jahres 2004, wobei es insbesondere bis 2025 kaum Abweichungen gibt. Im Vergleich zum letzten Bericht aus dem Jahr 2010 ergibt sich nun für die Periode bis 2030 ein reduzierter Bedarf an Bundesmitteln.

Allerdings wird sich die Situation der Älteren auf dem Arbeitsmarkt verschärfen. Nach aktuellen Einschätzungen wird die Zahl der Erwerbspersonen in der Altersgruppe 55+ bis zum Jahr 2020 auf Grund der Maßnahmen im Pensionsbereich und der demografischen Entwicklung um ca 220.000 Personen ansteigen. Etwa die Hälfte davon sind Frauen, für die vorzeitige Pensionsmöglichkeiten weitgehend abgeschafft wurden. Hinzu kommen bis zum Jahr 2020 rund 40.000 Menschen in der Altersgruppe bis 55, die auf Grund der Invaliditätspensionsreform auf dem Arbeitsmarkt bleiben und geeignete Rahmenbedingungen brauchen.

Eine aktuelle Studie der Arbeiterkammer zeigt extreme Unterschiede bei der Beschäftigung Älterer. Von den österreichweit rund 22.600 Betrieben mit mehr als 20 ArbeitnehmerInnen beschäftigen 4.200 Betriebe bzw jeder fünfte Betrieb keinen oder nur kurzzeitig einen Älteren. Bei lediglich einem Drittel der Betriebe ist der Anteil der Älteren an der Gesamtbelegschaft größer als 10 Prozent.

Jetzt müssen die Betriebe endlich mehr Arbeitsplätze für die Älteren zur Verfügung stellen. Die Hauptversammlung kritisiert, dass viele Unternehmen planmäßig Ältere abbauen. Um die Beschäftigung Älterer zu fördern, fordert die Bundesarbeitskammer ein Bonus-Malus-System für Betriebe. Betriebe, die Ältere beschäftigen, sollen belohnt werden. Betriebe, die das nicht tun, sollen einen Malus bezahlen.

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