Otmar Issing im HYPO Invest Club - Euro als Spaltpilz der EU?

Ex EZB-Chefökonom Otmar Issing diskutiert mit HYPO NOE-Generaldirektor Harold und NÖ Landeshauptmann-Stv. Sobotka über Europa und den Euro

Wien (OTS) - Am Mittwochabend begrüßte die HYPO Niederösterreich rund 140 hochkarätige Gäste aus Wirtschaft, Politik und dem öffentlichen Leben zum traditionellen achten HYPO Invest Club im Palais Niederösterreich in Wien. Key-Note-Speaker des Abends war der ehemalige EZB-Chefökonom und Präsident des Center for Financial Studies der Uni Frankfurt Otmar Issing - passend zur aktuellen Wirtschafts- und Politiklage - mit dem Thema "Europa und der Euro -Motor der Integration oder Spaltpilz?".

Bereits in den ersten Minuten seines Vortrags betonte Prof. Issing, dass die Existenz des Euro als stabile Währung nie wirklich bedroht gewesen sei. In Bezug auf die Europäische Union sieht der ehemalige Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank den Euro jedoch als "Spaltpilz", welcher die Gefahr birgt, die einzelnen Mitgliedsstaaten auseinanderdriften zu lasse. Die Zukunft des Euro werde laut Issing jedoch nicht in den Peripherieländern der EU, sondern in Ländern wie Italien und Frankreich und deren Reformwillen entschieden werden.

Zur Frage, ob die Europäische Union eine Bankenunion brauche hielt Issing fest: "Die Notwendigkeit der Bankenunion folgt aus dem Versagen der nationalen Einrichtungen und Instrumente. Die EZB wird mit der Bankenaufsicht betraut. Für die gemeinsame Abwicklung bzw. Restrukturierung sind die wichtigsten Fragen noch ungeklärt. Gleiches gilt für die Einlagensicherung." Der Idee von Eurobonds als Weg aus der Krise steht Issing sehr kritisch gegenüber. Die Ausgabe von Bonds, für die alle haften, würde einem fundamentalen Prinzip der Demokratie widersprechen: "No taxation without representation. Damit würde die demokratische Legitimierung der Währungsunion zerstört", so Issing.

Abschließend lobte der Ökonom Europa als das erfolgreichste Integrationsmodell der Geschichte und wies daraufhin, dass dies nie gefährdet werden dürfe.

In einer anschließenden von Kurier-Chefredakteur Helmut Brandstätter moderierten Podiumsdiskussion mit HYPO NOE-Generaldirektor und Gastgeber des Clubabends, Peter Harold, und NÖ Landeshauptmann-Stellvertreter Wolfgang Sobotka wurden die derzeitige Lage in Europa sowie notwendige Maßnahmen für eine stabile Zukunft der Währungsunion bzw. des Euro diskutiert. Dabei betonte Harold, dass der Euro eine solide Währung sei und seit seiner Einführung sogar noch weiter an Stabilität gewonnen hätte. Ein vorrangiges Problem ortet Harold jedoch in der in den letzten Jahren am Kapitalmarkt, aber auch in der Bevölkerung steigenden Verunsicherung aufgrund der Peripheriestaaten wie beispielsweise Griechenland. Landeshauptmann-Stellvertreter Wolfgang Sobotka sieht Europa, genau wie Prof. Issing, als ein Friedensprojekt und fordert "in solch fragilen und volatilen Zeiten" eine politische Vision.

Zum HYPO Invest Club

Die Veranstaltung war der achte HYPO Invest Club der HYPO NOE Gruppe, nach der Premiere der Veranstaltung im Mai 2009 mit Prof. Lothar Späth als Keynote-Speaker, dem Besuch von Hans-Dietrich Genscher anlässlich des 20. Jahrestages nach dem Fall der Berliner Mauer im Oktober 2009, dem Vortrag des EU-Vizepräsidenten a.D. Günter Verheugen im Juni 2010 über die Zukunft Europas, des Euro sowie der spannenden Diskussion mit Prof. Norbert Walter über die Trends und Optionen der Weltfinanzmärkte nach der Krise im Oktober 2010. Im Jahr 2011 begrüßte die HYPO NOE Gruppe den internationalen Top-Ökonom Hans-Werner Sinn über die Probleme und Sinnhaftigkeit eines EURO-Rettungsschirms sowie Spitzenpolitiker und Mitglied des dt. Bundestages Peer Steinbrück zum Thema "Globale Machtverschiebungen -Europas Rolle im 21. Jahrhundert". Zuletzt war der ehem. deutsche Finanzminister Dr. Theo Waigel mit dem Thema "Die Zukunft Europas und seiner Währung" im Dezember 2012 zu Gast.

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