AK-Wissenschaftspreis 2013 verliehen: "Poleposition oder Schlusslicht beim Start in das Berufsleben?"

Linz (OTS) - Die Erwerbsarbeit hat einen zentralen Stellenwert - sie sichert Existenz und stiftet Identität. Für junge Menschen ist der Einstieg in das Berufsleben eine entscheidende Phase für das spätere Leben. Deshalb stand der 30. Wissenschaftspreis, den die AK in Kooperation mit der Johannes Kepler Universität Linz vergibt, unter dem Motto "Poleposition oder Schlusslicht beim Start in das Berufsleben?". 20 Arbeiten wurden eingereicht, vier davon wurden ausgezeichnet.

Der Arbeiterkammer ist die Sicherung von Lebensperspektiven junger Menschen ein wichtiges Anliegen. "Für viele Jugendliche funktioniert der Einstieg in den Job aber nicht reibungslos. Einerseits sind durch den Strukturwandel des Arbeitsmarktes berufliche Positionen unsicher geworden und die Anforderungen an die Beschäftigten ändern sich rasch. Andererseits fördert ein neoliberales System auch Selektion", so AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer bei der Preisverleihung. "Junge Menschen, die nicht in das Verwertbarkeitsschema des Arbeitsmarktes passen, finden nur unzureichende Möglichkeiten zur Entfaltung ihrer Begabungen und Potenziale."

Ein Foto von der Preisverleihung finden Sie auf unserer Homepage http://ooe.arbeiterkammer.at zum kostenlosen Download.

Die Preisträger und ihre Arbeiten

MMag.a Angelika Gerstmann untersucht in ihrer Diplomarbeit "Informationsbeschaffung im Anbahnungsstadium des Arbeitsverhältnisses", welche Fragen ein/e Postenwerber/-in bei einem Bewerbungsgespräch zu beantworten hat und welche nicht beantwortet werden müssen. Weiters stellt sie dar, in welchen Fällen auch unrichtige Antworten möglich sind und wann falsche Angaben zur Person keine rechtlichen Konsequenzen haben. In dieser Arbeit wird auch auf die Problematik der Preisgabe persönlicher Daten in Social Networks hingewiesen. Dem Umgang mit einer Behinderung bei der Anbahnung eines Arbeitsverhältnisses ist ein eigenes Kapitel gewidmet.

MMag.a Christine Keinert-Kisin identifiziert in ihrer Dissertation "Wirtschaftliche, rechtliche und ethische Implikationen der Diskriminierung aufgrund des Geschlechts" Faktoren, die für eine nachteilige Bewertung von Frauen im Bewerbungsgespräch verantwortlich sein können, zum Beispiel kulturell geprägte Meinungen über die Eigenarten der beiden Geschlechter. Ein Personalauswahl-Experiment zeigt auf, dass Frauen Nachteile in der Bewertung ihrer Leistung und in der Zuschreibung von relevanten Fähigkeiten in einem männlich dominierten Berufsfeld schon beim Berufseinstieg erleben.

Dr. Robert Klinglmair beschäftigt sich in seiner Dissertation "Determinanten der Bildungsarmut bei Jugendlichen in Kärnten" mit den individuellen und gesellschaftlichen Auswirkungen von Bildungsarmut. In einer empirischen Untersuchung identifizierte er elf relevante Faktoren, die einen Einfluss auf das frühzeitige Ausscheiden aus dem Bildungssystem haben. Dabei kommt schulischen und strukturellen Ursachen sowie der sozialen Herkunft maßgebliche Bedeutung zu. Der Autor entwickelt Vorschläge für präventive Maßnahmen zum Verhindern eines frühzeitigen Verlassens des Bildungssystems.

Dr. Franz-Karl Skala untersucht in seiner Dissertation "BHS- und Bachelor-Absolvent/innen im Wettbewerb?" die Frage, welche Auswirkungen durch die berufliche Integration von Bachelor-Absolventen/-innen am Arbeitsmarkt auf die Wettbewerbsfähigkeit von BHS-Absolventen/-innen zu erwarten sind. Die Ergebnisse einer Erhebung unter Personalverantwortlichen von Betrieben zeigen, dass vor allem in mittleren betrieblichen Positionen mit einem starken Konkurrenzverhältnis zwischen den neuen akademischen Abschlüssen und Abschlüssen wirtschaftsberuflicher höherer Schulen zu rechnen ist.

Jetzt einreichen für 2014!

Der AK-Wissenschaftspreis 2014 zeichnet wissenschaftliche Arbeiten aus, die 2013 und 2014 fertiggestellt wurden/werden und die der Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen von Arbeitnehmern/-innen dienen. Die Arbeiten müssen sich mit dem Thema "EU - Chancen und Gefahren für Arbeitnehmer/-innen" befassen. Das Preisgeld beträgt gesamt 9000 Euro. Details zur Ausschreibung und zum Thema unter http://ooe.arbeiterkammer.at

Rückfragen & Kontakt:

Arbeiterkammer Oberösterreich, Kommunikation
Margit Schrenk
Tel.: (0732) 6906-2198
margit.schrenk@akooe.at
ooe.arbeiterkammer.at

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