Lunacek: "Auf Frauen in Spitzenpositionen verzichten, heißt Geld vernichten!"

Grüne: Europaparlament stimmt für Frauenquoten in Aufsichtsräten und setzt Mitgliedsstaaten unter Zugzwang

Straßburg (OTS) - "Die heutige Abstimmung ist ein wichtiger Schritt hin zu einer EU-weiten und verbindlichen Quote für Frauen in Aufsichtsräten. Es ist jetzt endlich Zeit sich von den Altherren-Clubs in der Wirtschaft zu verabschieden. Die Wirtschaft verliert sonst weiter Potenzial und der Staat viel Geld, das er in die Ausbildung von Frauen investiert, die es dann nicht in Spitzenpositionen schaffen. Auf Frauen verzichten heißt Geld vernichten! Die freiwillige Selbstverpflichtung der Wirtschaft zeigt kaum Ergebnisse. Ohne gesetzliche Quote bewegt sich nichts. Nun müssen die EU-Mitgliedsstaaten, inklusive Österreich, im Europäischen Rat folgen", kommentiert Ulrike Lunacek, Vizepräsidentin der Grünen im Europaparlament und Mitglied der Grünen im Frauenausschuss, die Mehrheit für einen Gesetzesvorschlag, der verbindliche Regeln zur Erhöhung des Frauenanteils in Aufsichtsräten anstrebt. Konkret bedeutet diese Gesetzgebung, dass Unternehmen ihre Auswahl- und Einstellungsverfahren anpassen müssen, um den Anteil von Frauen in Aufsichtsräten auf mindestens 40 Prozent zu erhöhen. Andernfalls drohen Sanktionen.

Lunacek: "Trotz aller Lippenbekenntnisse sind Frauen in den Führungspositionen der großen europäischen Unternehmen noch immer wenig vertreten. Der Anteil der Frauen in den obersten Entscheidungsgremien von börsen-notierten Unternehmen liegt bei nur 16,6 Prozent. Der Grund ist nicht ein vermeintlicher Mangel an qualifizierten Frauen, zumal 60 Prozent der Universitätsabsolventen in der EU weiblich sind, sondern am mangelnden Willen der Unternehmen.
Auch in Österreich haben lediglich zwölf Prozent der Frauen Aufsichtsratsposten inne - dieser Anteil liegt sogar unter dem EU-Durchschnitt! Die nächste österreichische Bundesregierung ist daher gefordert, den internen Widerstand der ÖVP zu überwinden und den heute vom Europaparlament angenommenen Gesetzesvorschlag zu unterstützen und umgehend in die Realität umzusetzen. Verbindliche Verpflichtungen haben bereits in mehreren Mitgliedsstaaten Erfolge gezeigt. Jetzt ist es an der Zeit, eine verbindliche EU-weite Gesetzgebung einzuführen."

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