VÖZ-Präsident Kralinger: "Trotz Sparzwängen wird sich Demokratie Aufstockung der Presseförderung leisten müssen"

Zweiter Public Value Bericht stellt demokratiepolitische Relevanz von Zeitungen und Magazinen dar

Wien (OTS) - Der Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) präsentierte am Mittwoch den zweiten Public Value Bericht der heimischen Kaufzeitungen und -magazine "MEHR-WERT 2013". Zum zweiten Mal hat das "Who-is-Who der Medienlandschaft und der Wissenschaft" die demokratiepolitische Relevanz von Zeitungen und Magazinen in Österreich umfassend dokumentiert und argumentiert. Neben dem demokratiepolitischen Mehrwert sind die Qualität im digitalen Bereich, die regionale Vielfalt, das professionelle journalistische Angebot der Redaktionen sowie die Förderung der Lesekompetenz Schwerpunkte des Berichts.

Die Aussagen von SPÖ und ÖVP, die vor und auch nach der Wahl getätigt wurden, wonach eine Reform und Erhöhung der Presseförderung Bestandteil des Regierungsprogramms sein werde, bezeichnete VÖZ-Präsident Thomas Kralinger als "erfreulich und notwendig zugleich" und ergänzte: "Wenn unsere Gesellschaft an einer vitalen Demokratie Interesse hat, braucht es im Sinne der 'checks and balances' funktionierende Kontrolle. Wirtschaftlich vitale und unabhängige Zeitungen und Magazine erfüllen diese Aufgabe umfassend und mit Tiefgang. Keine andere Mediengattung kann dies in dieser Dimension ausfüllen oder ersetzen."

Der Verbandspräsident zeigte sich überzeugt, dass die künftige Regierung trotz der Sparzwänge zu ihrem Bekenntnis, die Presseförderung zu reformieren und anzuheben, weiter stehen werde. "Eine Demokratie und ein kleines Land wie Österreich wird sich eine Aufstockung der Presseförderung leisten müssen. So wie der Stopp von Investitionen in Infrastruktur von Technologie, Straßen, Schienen oder kulturellen Institutionen wie Museen keine vernünftige Perspektive für die Entwicklung des Landes ist, gilt das auch für den Medienbereich. Es wäre absurd, die demokratiepolitische Infrastruktur nicht für die Zukunft abzusichern. Das würde Österreich im internationalen Wettbewerb Schaden zufügen."

Die VÖZ-Enquete legte einen Schwerpunkt auf eine wesentliche Säule der Presseförderung: die Förderung der Lesekompetenz. Internationale Studien bescheinigen sowohl der Jugend als auch der erwachsenen Bevölkerung Österreichs eine Lesekompetenz unterhalb des OECD-Schnitts. "Es ist für unsere Demokratie unverzichtbar, dass die Bürger politischen Vorgängen inhaltlich folgen können. Wenn aber weiten Teilen der Bevölkerung Kompetenz und Interesse fehlen, sich mit den Ereignissen in unserer Republik zu befassen, wird es brandgefährlich. Sparen bei der Presseförderung bedeutet auch Sparen bei der Demokratie. Und wer bei der Lesekompetenz der Jugend spart, spart bei der Zukunft unserer Gesellschaft." Eine regelmäßige Zeitungslektüre - egal ob auf Papier oder im Web - zählt laut Kralinger "zur Grundausstattung eines mündigen Bürgers". Daher müsse Österreich in den Schulen ansetzen, um den angehenden Wählern die notwendigen Kompetenzen in der Mediennutzung zu vermitteln. Weiters steht der Bericht zum Download hier bereit: http://www.voez.at/d1486

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