• 16.11.2013, 09:38:48
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GBH-Muchitsch an Industrie: Tore für längeres Arbeiten öffnen, nicht schließen

Schwerarbeitende Menschen für ihr lebenslanges Schuften nicht bestrafen

Utl.: Schwerarbeitende Menschen für ihr lebenslanges Schuften nicht
bestrafen =

Wien (OTS/ÖGB) - Industrie-General Neumayer fordert ein "Schließen
von Toren" bei vorzeitigen Pensionen. Maßnahmen für ein gesundes und
längeres Arbeiten, anstatt ihre älteren MitarbeiterInnen zu kündigen
und somit in eine Frühpension zu drängen, müsste das Ziel der
Industrie lauten.

Ob Menschen eine vorzeitige Pension in Anspruch nehmen, hängt auch
von der Industrie ab. Das tatsächliche Pensionsantrittsalter kann nur
angehoben werden, wenn die Wirtschaft ihre MitarbeiterInnen auch
gesund länger beschäftigt. Kein Mensch geht freiwillig mit hohen
Abschlägen in eine Frühpension.

Das Wort der Industrie gilt anscheinend nur am grünen Tisch. Es
wird zwar versprochen, Maßnahmen für gesundes längeres Arbeiten zu
schaffen, die Praxis sieht jedoch noch immer völlig anders aus.
SchwerarbeiterInnen erarbeiten jahrzehntelang die Profite für die
Industrie und werden dann vorzeitig in die Arbeitslosigkeit geschickt
und somit in eine Frühpension mit hohen Abschlägen gedrängt.

"Von ihren Schreibtischen richten uns sogenannte Pensionsexperten
aus, dass Schwerarbeiterinnen und Schwerarbeiter länger arbeiten
müssen, haben aber keinen Schimmer, wie es im realen Arbeitsleben
aussieht. Schade, dass sich die Industrie-Bosse nicht selbst ein Bild
von der Arbeitswelt in ihren Betrieben machen, sondern diese
realitätsfremden und menschenunwürdigen Forderungen "nachplappern",
kritisiert der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft Bau-Holz (GBH)
Josef Muchitsch.

Fakt ist: Schwer arbeitende Menschen gehen nicht freiwillig in
Frühpension - gesundheitliche Auswirkungen aus ihrem Arbeitsleben
zwingen sie dazu. Nur fünf von hundert BauarbeiterInnen schaffen es
überhaupt in die Schwerarbeiterpension zu kommen.

Muchitsch: "Menschen gesund in Beschäftigung zu halten, muss eine
moralische und soziale Verpflichtung auch für die Industrie sein.
Wenn wir das gesetzliche Pensionsantrittsalter tatsächlich anheben
wollen, brauchen wir die Industrie als Partner und nicht als Gegner.
Menschen zu bestrafen, weil sie aufgrund ihrer Schwerarbeit
arbeitsunfähig werden, ist menschenverachtend und der falsche Weg."

Auch zum durchschnittlichen Pensionsbundesbeitrag von 1,75
Milliarden Euro pro Jahr bezieht Muchitsch Stellung: "Wenn
Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer jährlich bis zu 50 Milliarden an
Steuern zahlen und ihre Pensionen durch Beitragsleistungen mit rund
85 Prozent selbst finanzieren, hat auch die Republik eine verdammte
Verpflichtung, einen jährlichen Beitrag zu den Pensionen zu leisten."

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