"Kulturmontag" am 18. November: "Liedestoll" mit Kirchschlager und Wecker, Polanskis "Venus" live im Studio, Lanzmann-Interview

Neue Ausgabe von "les.art" anlässlich der "Buch Wien 13"

Wien (OTS) - Clarissa Stadler führt am 18. November 2013 ab 22.30 Uhr in ORF 2 durch einen "Kulturmontag", der sich diesmal u. a. mit einem außergewöhnlichen Liederabend zweier musikalischer Schwergewichte beschäftigt: "Liedestoll" heißt das gemeinsame Programm von Angelika Kirchschlager und Konstantin Wecker, in dem die beiden Musikgrößen sich ins Genre des jeweils anderen vorwagen. Anlässlich des Kinostarts von Claude Lanzmanns Dokumentation "Der Letzte der Ungerechten" gab der mittlerweile 88-jährige französische Regisseur dem "Kulturmontag" ein Interview. Zum Live-Gespräch im Studio erscheint Roman Polanskis "Venus im Pelz": Die Ehefrau des Starregisseurs, Emmanuelle Seigner, ist auch seine Hauptdarstellerin im gleichnamigen Kinofilm, der - so wie Lanzmanns Dokumentation - am 22. November startet.

Im Anschluss an den Magazinteil präsentiert der "Kulturmontag" anlässlich der "Buch Wien 13" eine aktuelle Ausgabe des Literaturmagazins "les.art": Christian Ankowitsch begrüßt - um 23.00 Uhr in ORF 2 live aus der Wiener Bar "phil" - Ferdinand von Schirach, Cornelius Obonya und Brigitte Kronauer. Der anschließende "art.film" bringt um 0.00 Uhr die ORF-Premiere von Fernando Meirelles' Bestsellerverfilmung "Die Stadt der Blinden" nach dem gleichnamigen Roman des Literaturnobelpreisträgers José Saramago mit Julianne Moore.

Konstantin Wecker und Angelika Kirchschlager sind "Liedestoll"

Er komponiert seit Teenagertagen seine eigenen Lieder, sie ist klassische Mezzosopranistin und bekennender Wecker-Fan - jetzt stehen sie gemeinsam auf der Bühne: Kirchschlager singt zum ersten Mal Jazz und Wecker-Lieder und Wecker wagt sich wiederum in das klassische Genre mit Liedern und Arien vor. Auch wenn es so aussieht, als kämen sie aus völlig verschiedenen musikalischen Welten, gibt es durchaus einen gemeinsamen Nenner - ein nahtloser Übergang von Schubert zu Wecker ist möglich. Auf Weckers Landgut in der Toskana haben sich die beiden lustvoll zusammengerauft und mit dem Spring String Quartett den gemeinsamen Abend erarbeitet. Der "Kulturmontag" war dabei.

Roman Polanskis neuer Kinofilm "Venus im Pelz": Hauptdarstellerin Emmanuelle Seigner live im Studio

Sein Leben ist geprägt von großen Katastrophen, sagt Roman Polanski, der im August 80 Jahre wurde: Kindheit im Krakauer Ghetto, die Mutter stirbt im KZ, seine erste Ehefrau Sharon Tate wird ermordet, er missbraucht eine 13-Jährige, muss ins Gefängnis und flieht dann nach Europa. Mehr als 30 Jahre später wird er deswegen noch einmal verhaftet. Viele seiner Filme haben mit seinen persönlichen Katastrophen zu tun: Das Oscar-gekrönte Holocaust-Drama "Der Pianist", "Der Ghostwriter" über einen Mann, der wegen juristischer Probleme nicht ins Ausland reisen kann, "Tess" über eine missbrauchte junge Frau. Sein besonderes Verhältnis zu seinen Darstellerinnen -freimütig gibt Polanski im Interview "eine Art sexuelle Spannung" zu - sei der Grund, warum er mit Frauen immer besser klar kam als mit Männern. In seinem 20. Spielfilm thematisiert er das Verhältnis Regisseur und Schauspielerin: Basis für "Venus im Pelz" ist Leopold von Sacher-Masochs Skandalnovelle. Der komische und prickelnde Film vereint alle Obsessionen des Regisseurs, erotische Besessenheit und Transvestismus, Macht und Ohnmacht, Dominanz und Fremdbestimmung. Polanskis Venus ist seine Ehefrau Emmanuelle Seigner, die live zu Gast im "Kulturmontag"-Studio ist.

Claude Lanzmanns "Der Letzte der Ungerechten": Rabbi Benjamin Murmelstein und das KZ Theresienstadt

Die Holocaust-Dokumentation "Shoah" hat ihn weltberühmt gemacht, jetzt kommt Regisseur Claude Lanzmanns Film "Der letzte der Ungerechten" - ein einzigartiges Gesprächsdokument aus dem Jahre 1975 - in die Kinos. Damals traf Lanzmann den ehemaligen Wiener Rabbiner Benjamin Murmelstein, den letzten Vorsitzenden des Judenrates aus dem KZ Theresienstadt, der als Zwangsfunktionär und später als "Judenältester" mit Nazigrößen kollaborieren musste.

Dieser spricht nicht über die Vernichtung der Juden, sondern über das Überleben. 1938 von Adolf Eichmann als Rechercheassistent zwangsverpflichtet, wurde er später in das "Vorzeige-KZ" deportiert, wo er die Stadtverschönerung organisieren sollte. Theresienstadt wurde ausländischen Hilfsorganisationen vorgeführt, um den vermeintlich humanen Umgang der Deutschen mit den Juden zu demonstrieren. "Natürlich wirkte ich an dieser Propaganda mit, um die Weiterexistenz des Ghettos zu gewährleisten", sagt Murmelstein, der damit wahrscheinlich Tausende gerettet hat. Er vergleicht sich mit der Scheherazade aus 1001 Nacht, die überlebt, weil sie ihre Geschichten immer weitererzählt. "Der Letzte der Ungerechten" ist das Porträt eines brillanten Taktikers und beleuchtet die Genese der "Endlösung", enthüllt das wahre Gesicht Eichmanns und entschleiert unverblümt die wilden Widersprüche des Judenrats. Der "Kulturmontag" hat Claude Lanzmann in Wien getroffen.

"les.art" mit Bestsellerautor Schirach, Büchner-Preisträgerin Kronauer und "Jedermann" Obonya

Christian Ankowitsch begrüßt in der jüngsten Ausgabe von "les.art" anlässlich der "Buch Wien 13" live in der Wiener Bar phil drei interessante Gesprächspartner: Ferdinand von Schirach, einer der prominentesten Strafverteidiger Deutschlands und Bestsellerautor, eröffnet die Wiener Lesefestwoche. Gleich im Anschluss stellt er in "les.art" seinen Künstlerroman "Tabu" vor, der zugleich ein Justizdrama ist. Weiters in der Sendung: Georg-Büchner-Preisträgerin Brigitte Kronauer, die ihren neuen, vielstimmigen Roman "Gewäsch und Gewimmel" präsentiert, und der amtierende "Jedermann" Cornelius Obonya mit seinem Buch "Kommen Sie bitte weiter vor": Reflexionen über das Leben als Schauspieler - aufgezeichnet von Haide Tenner.

Der "Kulturmontag" ist als Live-Stream und nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) als Video-on-Demand abrufbar.

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