12. Gefahrguttag: Österreich als Vorreiter bei Transport gefährlicher Güter auf der Straße

WKÖ-Vizepräsidentin Römer: 40 Jahre ADR in Österreich als ein wichtiger Beitrag zur Verkehrssicherheit

Wein (OTS/PWK793) - Das Europäische Übereinkommen über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße, kurz ADR, besteht hierzulande bereits seit 40 Jahren. Im Rahmen der Feierlichkeiten zu 40 Jahre ADR in Österreich hob Renate Römer, stellvertretende Präsidentin der Wirtschaftskammer Österreich, die hervorragende Rolle Österreichs bei der Weiterentwicklung des internationalen Gefahrgutrechts hervor: "Österreich war bereits 1957 einer der ersten Unterzeichner-Staaten des ADR in Genf und hat die internationalen Vorschriften 1973 zur Gänze in österreichisches Recht übernommen".

Der verantwortungsvolle Umgang aller Beteiligten (Absender, Verpacker, Befüller, Verlader, Beförderer, Entlader und Empfänger) im Umgang mit Gefahrgut hat dazu geführt, dass im Jahr 2012 die Gefahrgut-Unfälle um weitere 26,5% gegenüber dem Vorjahr gesenkt werden konnten. Seit nunmehr 14 Jahren in Folge ist kein einziger Todesfall auf Österreichs Straßen aufgrund von Gefahrguttransporten zu verzeichnen. "Österreich ist daher auch in dieser Hinsicht ein Vorzeigeland nicht nur innerhalb der EU, sondern allen 48 ADR-Vertragsstaaten", so Römer im Rahmen des heutigen Österreichischen 12. Gefahrguttages.

Sicherheitsstandards zeigen nachhaltig Wirkung Sicherheitsstandards und bewusstseinsbildenden Maßnahmen im Gefahrgutbereich leisten einen wichtigen und wertvollen Beitrag zur Gesamtverkehrssicherheit. Viele Sicherheitsstandards und Verhaltensweisen werden zunächst im Gefahrgut entwickelt und eingerichtet und später auf den gesamten Nutzfahrzeugverkehr ausgedehnt.
So konnten in den letzten 40 Jahren die Unfallzahlen im gesamten Verkehr beachtlich gesenkt werden: Von 2948 Personen im Jahr 1972 auf 522 im Jahr 2012 - und das, obwohl sich der Fahrzeugbestand seither beinahe verdreifacht hat, ergänzte Römer.

Mit 1. Jänner 2013 wurde ein langjähriger Wunsch der Unternehmerseite erfüllt, weil nunmehr gleichzeitig innerstaatliche und grenzüberschreitende Gefahrguttransporte nach den neuen internationalen Vorschriften abgewickelt werden: Auf der Straße nach dem ADR, auf der Schiene nach dem RID (Ordnung über die internationale Eisenbahnbeförderung gefährlicher Güter) und auf der Donau nach dem ADN (Europäisches Übereinkommen über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf Binnenwasserstraßen). "Das bringt sowohl für Wirtschaft als auch Verwaltung und Kontrollbehörden Einsparungen auf Grund wegfallender Doppelgleisigkeiten bei der Handhabung des Gefahrguts innerhalb der gesamten Logistikkette", betonte Alexander Klacska, Obmann der Bundessparte Transport und Verkehr in der WKÖ.

Ab heuer neue ADR-Führerscheine
Das Gefahrgutjahr 2013 brachte neben dem ADR 2013 auch Neuerungen für die Gefahrgut-Lenker. Seit Jänner 2013 werden ADR-Führerscheine nur mehr im Scheckkartenformat in weißer Farbe ausgestellt, bis Ende Oktober wurden knapp 3.000 gedruckt und an die Lenker verschickt. Die alten, orangefarbenen Papier-Führerscheine können bis zum letzten Tag ihrer Gültigkeit weiterverwendet werden.

Aktuelle Herausforderungen
Aktuell stellen Gefahren im Umgang mit Trockeneis und Lithium-Batterien besondere Herausforderungen dar. Klacska: "Seitens der Wirtschaftskammer setzen wir daher auf eine verbesserte Informationspolitik, denn wie wir an aktuellen Beispielen sehen, sind davon nicht nur der Transport, sondern auch andere Sparten betroffen, wie Handel, Gewerbe, Tourismus und Freizeitwirtschaft, aber auch die Konsumenten. Wir begrüßen, dass zum Thema Lithium-Batterien beim BMVIT bereits ein Arbeitskreis eingerichtet wurde und wir als Wirtschaftskammer bei den diesbezüglichen Verhandlungen in Genf auf UN-Ebene eingebunden sind."

In Bezug auf den Transport von Baustellenfahrzeugen haben WKÖ und BMVIT gemeinsam bereits eine unbürokratische und vernünftige Lösung gefunden.

Änderungsbedarf gibt es aus der Sicht der Wirtschaft dagegen etwa noch bei der Verpflichtung zur Begleitung eines Tankfahrzeugs: Hier scheint das verpflichtende Begleitfahrzeug in Tunnels ohne Gegenverkehr nicht mehr gerechtfertigt. Eine Evaluierung durch Experten für Tunnelsicherheit könnte die geringere Gefährdungslage belegen, so Klacska. In einem nächsten Schritt wäre dann eine Änderung der Autobahntunnel-Verordnung anzustreben. (PM)

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