AK-Präsident Kalliauer: Leiharbeiter weiterhin benachteiligt, Rücknahme des Diskriminierungsverbots kommt nicht in Frage

Linz (OTS) - Leiharbeitskräfte sind bei den betrieblichen Sozialleistungen benachteiligt. Das sagen 58 Prozent der Betriebsratsvorsitzenden von oberösterreichischen Betrieben, die Leiharbeitskräfte beschäftigten. Dieses Ergebnis einer aktuellen Studie des Instituts für Sozial- und Wirtschaftswissenschaften (ISW) zeigt, dass das neue Arbeitskräfteüberlassungsgesetz (AÜG), das eine Gleichstellung von Leiharbeitskräften und Stammpersonal vorschreibt, in vielen Betrieben nicht eingehalten wird. "Leiharbeitskräfte sind nach wie vor Arbeitnehmer zweiter Klasse", so AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

Kürzlich äußerten die Arbeitskräfteüberlasser Befürchtungen, dass die verbesserten Regelungen für Leiharbeiter die Leiharbeit für Unternehmen unattraktiv mache. "Damit möchte man offenbar nur die neuen gesetzlichen Bestimmungen wieder kippen", meint AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer. Denn mit Zahlen lässt sich diese angebliche Besorgnis nicht belegen: Im September 2013 waren in Oberösterreich etwa 23.000 Personen als Leiharbeitskräfte beschäftigt - gleich viele wie ein Jahr zuvor. Und auch eine aktuelle ISW-Studie ergab, dass 80 Prozent der befragten Betriebsratsvorsitzenden nicht daran glauben, dass ihr Betrieb künftig auf Leiharbeit verzichten möchte.

Sozialleistungen werden vorenthalten

In vielen Betrieben werden die neuen Bestimmungen der AÜG-Novelle, die bei den betrieblichen Sozialleistungen, bei der Arbeitszeit und beim Urlaub eine völlige Gleichbehandlung von Leiharbeitskräften und Stammbeschäftigten vorschreibt, überdies gar nicht eingehalten, wie die ISW-Studie belegt. 58 Prozent der Betriebsräte/-innen gaben an, dass Leiharbeitskräfte bei den betrieblichen Sozialleistungen benachteiligt werden. 53 Prozent der Betriebsräte/-innen sehen die Leiharbeitskräfte auch bei der betrieblichen Weiterbildung und 33 Prozent beim Entgelt benachteiligt. 15 Prozent orten Benachteiligungen bei Arbeitszeit und Urlaub.

Von Gleichstellung noch weit entfernt

Mehr als 90 Prozent der Betriebsratsvorsitzenden bewerten die Novelle zum Arbeitskräfteüberlassungsgesetz als eher bzw. sehr positiv. Auch wenn von einer flächendeckenden Gleichstellung keine Rede sein kann, scheint die AÜG-Novelle den Umgang der Betriebe mit den Leiharbeitskräften langsam zu verändern. So berichten 33 Prozent der befragten Betriebsräte/-innen davon, dass es einige Verbesserungen beim Zugang zu den Sozialleistungen gab bzw. Verhandlungen darüber begonnen wurden. 38 Prozent berichten von Verbesserungen bei der kollektivvertraglichen Einstufung.

Gegen Rücknahme der gesetzlichen Verbesserungen

"Es ist erfreulich, dass die Neuerungen des Arbeitskräfteüberlassungsgesetzes für einige Leiharbeiterinnen und Leiharbeiter zu ersten positiven Schritten geführt haben. Jetzt müssen sie in allen Betrieben konsequent umgesetzt werden", verlangt Präsident Kalliauer. Forderungen seitens der Leiharbeitsbranche nach Rücknahme der gesetzlichen Änderungen tritt die Arbeiterkammer entschieden entgegen.

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