Lueger: Wachsam bleiben gegen anti-demokratische Tendenzen und Verharmlosungen

"Die Erinnerung an die Novemberprogrome muss mehr sein als ein bloßes Gedenken"

Wien (OTS/SK) - In Erinnerung an die Opfer der nationalsozialistischen Verbrechen und der Novemberprogrome vor 75 Jahren betont SPÖ-Integrationssprecherin Angela Lueger die Notwendigkeit, gegenüber jeglichen anti-demokratischen Tendenzen und Verharmlosungen wachsam zu sein. "Den Opfern der Novemberprogrome zu gedenken, ist nicht nur eine moralische Verpflichtung, sondern auch eine Warnung gegenüber all jenen, die den Nationalsozialismus und den Antisemitismus verharmlosen. Wir wehren den Anfängen", unterstrich Lueger am Freitag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. Und weiter: "Als Integrationssprecherin sehe ich es als meine Aufgabe, den notwendigen Brückenschlag zu heute zu ziehen". Lueger verweist in diesem Zusammenhang auf eine Aussage von Charlotte Knobloch in der heutigen Ausgabe der Süddeutschen Zeitung, in der die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München mahnte, dass "Menschen verschieden sind, doch die Andersartigkeit des Anderen muss in Menschlichkeit aufgehen, das ist die Basis des friedlichen und respektvollen Miteinanders".****

"Mit den sogenannten Novemberprogromen wurde die Vertreibung, die Enteignung, die Entrechtung und die Vernichtung der Juden in Österreich und Deutschland eingeleitet. Danach folgte der Holocaust, der systematische Mord an Millionen Menschen. Und wir wissen, wie lange die Aufarbeitung und das Schuldeingeständnis gedauert hat", so Lueger. Solche Gräueltaten können genauso wenig entschuldigt werden, wie Rassismus und Antisemitismus. Daher müsse nationalsozialistisches Gedankengut als solches geächtet werden. Lueger erinnert in diesem Zusammenhang an die jüngsten Äußerungen vom dritten Nationalratspräsidenten, FPÖ-Politiker Hofer. "Ein Infragestellen des Verbotsgesetzes, wie es Hofer getan hat, ist ein Verharmlosen. Gerade Wortmeldungen wie diese zeigen, wie wichtig die Sensibilisierungsarbeit, die Aufarbeitung der Geschichte und die Arbeit für die Erinnerungs- und Gedenkkultur sind", mahnt Lueger.

In diesem Zusammenhang verwies Lueger nicht nur auf die von Nationalratspräsidentin Barbara Prammer herausgegebene Broschüre "75 Jahre Novemberpogrom", in der die vielfältigen Gedenk-Veranstaltungen zusammengefasst sind, sondern auch auf die großartige Arbeit des Nationalfonds, der 1995 gegründet wurde, und des im Jahre 2001 ins Leben gerufenen Entschädigungsfonds. Beide Institutionen wurden installiert, um einerseits die Restitutionsarbeit voranzutreiben, andererseits aber auch die besondere Verpflichtung der österreichischen Gesellschaft gegenüber den Opfern des Nationalsozialismus zu dokumentieren.

"Wir haben viel getan und viel unternommen, um das Unrecht aufzuarbeiten und so etwas wie Wiedergutmachung zu leisten. Nun müssen wir in unserer Wiedergutmachungsarbeit und Erinnerungskultur den nächsten Schritt gehen. Es ist an uns, jene Generationen, für die der Holocaust und der Nationalsozialismus nicht mehr Zeitgeschichte, sondern bereits scheinbar weit entfernt liegende Geschichte ist, zu sensibilisieren, aufzuklären und mit dem notwendigen Wissen auszustatten. Denn nur, wenn das Wissen über den Holocaust auch in den Generationen der jetzigen Jugendlichen und Kindern erhalten bleibt, kann auch eine Sensibilisierung über die neuen Ewig-Gestrigen und ihren Ungeist erreicht werden", schloss Lueger.(Schluss) sc/rm

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