Blatter darf nicht mit leeren Händen aus Katar zurückkehren

Die Mitglieder des 27-köpfigen FIFA-Exekutivkomitees müssen sich weiter mit den ArbeitnehmerInnenrechten befassen

Wien (OTS/ÖGB) - "Die FIFA muss gegenüber Katar deutlich machen, dass die Einhaltung der Normen der Internationalen Arbeitsorganisation eine Bedingung für die Ausrichtung der Fußball-WM 2022 ist, und dass jede weitere Verzögerung die Austragung der WM in Katar gefährdet", so Sharan Burrow, die Generalsekretärin des Internationalen Gewerkschaftsbundes (IGB). Das bedeutet ein Ende des Kafala-Systems, das Recht für Gastarbeiter, sich zur Gewährleistung sicherer und menschenwürdiger Arbeitsbedingungen gewerkschaftlich zu organisieren sowie eine verantwortungsvolle Vermittlung dieser Arbeitskräfte. Burrow: "FIFA-Präsident Sepp Blatter sollte bei der Sitzung des Exekutivkomitees nächsten Monat in Brasilien einen ausführlichen Bericht darüber vorlegen, was die FIFA in den zwei Monaten seit dem lange überfälligen Eingeständnis der Probleme der Beschäftigten, die die Infrastruktur für die Fußball-WM in Katar bauen, getan hat."++++

Die FIFA hat zugesagt, sich in jedem ihrer Gastgeberländer für die Achtung grundlegender Rechte einzusetzen, und dass Sepp Blatter bei seinem Treffen am Samstag mit dem Emir von Katar in Doha die Frage der Arbeitnehmerrechte und der Arbeitsbedingungen in dem Land ansprechen werde. Burrow: "Sepp Blatter kann nicht mit leeren Händen aus Katar zurückkehren."

4.000 tote Arbeiter befürchtet

Nachdem zwei Jahre lang nichts unternommen wurde, bedeutet jeder Monat, der verstreicht, dass mehr Arbeiter beim Bau der Infrastruktur für die Fußball-WM in Katar ums Leben kommen werden. Bis 2022 könnten laut Schätzungen des IGB 4.000 Arbeiter beim Bau der WM-Infrastruktur sterben. Die Mitglieder des mächtigen FIFA-Exekutivkomitees werden von den Unterstützern der globalen Kampagne www.rerunthevote.org weiter unter Druck gesetzt, die Misere der Arbeiter in Katar nicht außer Acht zu lassen. FIFA-Präsident Sepp Blatter hat dazu erklärt:
"Die FIFA kann nicht in die Arbeitnehmerrechte eines Landes eingreifen, aber wir können sie auch nicht ignorieren."

"Es ist eine Schande, dass die FIFA weiterhin auf Distanz geht und trotz von ihr inspirierter Gesetze zum Schutz der Arbeitnehmer in anderen WM-Gastgeberländern nicht wirklich etwas in Katar unternimmt. Die FIFA und ihr lokales Organisationskomitee in Katar sind mächtig genug, um die Regierung dazu zu veranlassen, den 1,3 Millionen Arbeitern in Katar Rechte und bessere Arbeitsbedingungen zu garantieren", erklärt Sharan Burrow.

IGB-Kampagne: Rerun the Vote - Keine Fußball-WM ohne Arbeitnehmerrechte

GewerkschafterInnen und Fußballfans können ihrem FIFA-Vertreter unter www.rerunthevote.org eine Nachricht übermitteln.

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