Gimborn: Kinder haben keine Lobby

Kinder werden zu wenig vor sexueller Gewalt geschützt

St. Pölten (OTS) - "Kinder haben keine Lobby hat und deren dringende Anliegen finden kein Gehör finden!" Mit diesen dramatischen Worten begann heute die Landtagsabgeordnete des Team Stronach, die Ärztin Dr. gabriele von Gimborn ihren Beitrag zur aktuellen Stunde zum Thema "Kinderschutz".

Speziell widmete sich Gimborn in ihrem Debattenbeitrag, den Kindern, die sexuell missbraucht werden: "Das passiert nicht nur manchmal, oder im Einzelfall - der Missbrauch findet täglich statt und in erschreckend hoher Zahl."

Gimborn beklagt, dass Österreich eines jener Länder war, die 1989 die Kinderrechts-konvention nur mit Vorbehalt unterschrieben hatten. Erst zwölf Jahre später, am 16. Februar 2011, sind dennoch einige Kinderrechte der UN-Konvention in der österreichischen Bundesverfassung verankert worden, erinnert Gimborn und verweist auf den seitdem geltenden Artikel 5 des Bundesverfassungsgesetzes über die Rechte von Kindern:
"Jedes Kind hat das Recht auf Schutz vor wirtschaftlicher und sexueller Ausbeutung".

Allerdings, so Gimborn, sieht die Realität heute erschreckend aus und nennt Fakten:
- In Österreich werden pro Jahr mehr als 10.000 Kinder sexuell missbraucht.
- In 25 % der Fälle lebt das Kind mit dem Täter unter einem Dach, in fast allen Fällen ist der Täter dem Opfer bekannt.
- Der Missbrauch dauert im Schnitt 3 bis 11 Jahre, speziell wenn der Täter im Umfeld des Kindes zu finden ist.
- Die Zahl der Anzeigen wegen Kindesmissbrauch schwankt zwischen 600 und 800 pro Jahr.

Gimborn: "Die Verurteilungsrate liegt aber nur zwischen 25 und 30 %. Das heißt jetzt ganz einfach gesagt, von 100 Missbräuchen werden nur 5 bekannt und nur 1er gelangt zur Anzeige. Rund 70% der Täter bleiben überhaupt unerkannt!"

Sexueller Kindesmissbrauch ist ein Verbrechen an jungen Seelen Gimborn nennt sexueller Kindesmissbrauch "ein Verbrechen an jungen Seelen"! Die schweren psychischen und körperlichen Schäden können oft auch mit jahrelanger Therapie nicht vollständig aufgearbeitet werden, solche Schäden sind:

  • Aggressionsdurchbrüche v.a. bei männlichen jugendlichen Straftätern wie Joachim Bauer ein deutscher Molekularbiologe, Neurobiologe und Arzt mit Ausbildung als Internist, Psychotherapeut und Psychiater mit dem Spezialgebiet ist Psychosomatische Medizin erkannt und auch in seinen Büchern niedergeschrieben hat. Er arbeitete lange Zeit auch in einer Jugendstrafanstalt für gewalttätige männliche Jugendliche. Vor allem bei Frauen bzw. Mädchen kommt es als Folgen eher zu
  • Essstörungen, Selbstverstümmelungen wie Ritzungen
  • Depressionen
  • Selbstmordversuche
  • Schwierigkeiten sexuelle Beziehung mit Partner aufzubauen
  • Drogensucht: mehr als 80% der drogenabhängigen Mädchen wurden in ihrer Kindheit missbraucht.

Sexuelle Gewalt ist ein Machtproblem auf einer Triebebene

Für Gimborn ist es ein vorrangiges Ziel eine umfassende Prävention sein und appelliert an den Landtag und Landesregierung: "Unterstützen Sie uns bei unserer Forderung nach Aufklärungsworkshops nach einem eigenem Unterrichtsthema Sexualkunde und dem Aufklärungsunterricht in öffentlichen Einrichtungen wie z.B. Kinderheimen, behinderten Werkstätten und Ähnlichem.

Unterstützen Sie uns bei der unkomplizierten, raschen Durchsetzung von Rechten und Ansprüchen für die Opfer.

Sexuelle Gewalt ist nicht in erster Linie ein Sexualdelikt, auch nicht ein Problem nicht funktionierender Familienstrukturen, sondern eine Gewaltdelikt und ein Machtproblem.

Machtmissbrauch auf einer Triebebene, die es immer schon seit der Geschichte der Menschheit gegeben hat und leider als solche immer schon funktioniert hat und auch weiterhin funktionieren wird.

Unterstützen Sie uns dabei, alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um den Jungen das Motto " Dein Körper gehört Dir!" zu vermitteln, Ihnen Stärke und Selbstvertrauen zu geben."

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Team Stronach
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