Walser zu Regierungsverhandlungen: Forderung nach "Elitegymnasium" führt in die pädagogische Steinzeit

"ÖVP will den Teufel mit dem Beelzebub austreiben!"

Wien (OTS) - "Hochbegabte Kinder müssen entsprechend gefördert werden, das geht aber nicht durch das absurde Aussortieren nach punktuellen Prüfungen für Zehnjährige, sondern durch individuelle Förderung und gemeinsames Lernen aller Kinder", zeigt sich Harald Walser, Bildungssprecher der Grünen, entsetzt über die Pläne von ÖVP-Hardlinern bei den Regierungsverhandlungen, das AHS-Unterstufenangebot auf 60 Standorte österreichweit zu beschränken.

Die Erfolge der SPÖ-Bildungspolitik in den 70er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts waren die Abschaffung der Aufnahmeprüfung für die AHS im Jahr 1971, der Ausbau des Bildungsangebotes durch mehr AHS-Standorte auch im ländlichen Raum, die Schülerfreifahrt und Gratis-Schulbücher. Diese Maßnahmen haben vielen Kindern und Jugendlichen mehr Bildungschancen eröffnet und dem ganzen Land wirtschaftlichen Erfolg durch gute Ausbildung gebracht. "Auf die zunehmenden Probleme im Bereich der Bildung in den letzten Jahren mit Rezepten aus den 60er-Jahren zu reagieren, zeugt weder von bildungspolitischem Sachverstand noch von einem Verständnis für die wirtschaftspolitischen Notwendigkeiten", so Walser.

"Die ÖVP ist mit ihrer Forderung nach einem Elitegymnasium drauf und dran, die wirtschaftliche Zukunft auf's Spiel zu setzen. Ihre Vorschläge würden zu massiven Verschlechterungen insbesondere für den ländlichen Raum führen. In den Städten wäre der Zugang nur noch für Kinder aus gutbürgerlichen Haushalten gewährleistet, die durch massive privat finanzierte Nachhilfe ihrem Kind einen Zugang zum Gymnasium ermöglichen würden", warnt Walser.

In Österreich gibt es bereits jetzt vergleichsweise wenige SpitzenschülerInnen. "Dafür verantwortlich ist unter anderem die viel zu frühe Trennung der Kinder mit zehn Jahren. Die Plätze am Gymnasium jetzt künstlich zu verknappen, hieße, den Teufel mit dem Beelzebub austreiben zu wollen. Wir müssen unsere SchülerInnen bestmöglich fördern und ihnen Chancen eröffnen statt noch stärker selektieren",sagt Walser. "Die Lösung kann nur eine moderne und leistungsfördernde Gemeinsame Schule sein, die kein Kind zurücklässt!", so Walser abschließend.

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