E-Control teilt Forderung der EU-Kommission nach effizienteren Erneuerbaren-Fördersystemen

Guidance Paket der Kommission präsentiert - Regulator sieht Handlungsbedarf in Österreich

Wien (OTS) - Die EU-Kommission fordert in ihrem heute vorgestellten "Guidance Paket", dass die Förderung von erneuerbaren Energien effizienter und zielgerichteter werden soll. Die österreichische Energieregulierungsbehörde E-Control teilt diese Sicht. "Die Förderung von Erneuerbaren nach dem Gießkannen-Prinzip muss vorbei sein", sagt E-Control-Vorstand Martin Graf. "Es geht darum, die vorhandenen Mittel möglichst effizient und kostenbewusst einzusetzen." Die Forderungen der EU-Kommission betreffen auch Österreich. "Vieles wurde in Österreich schon richtig gemacht, jetzt heißt es für die Zukunft auch die richtigen Maßnahmen umzusetzen, damit das heimische Ökostromfördersystem effizienter und marktorientierter wird", betont Graf. Das "Guidance Paket" sei ein erster Schritt, um ineffiziente Erneuerbare-Fördersysteme in der Europäischen Union zu verbessern. "Gleichzeitig sollten auch alle Förderungen von konventionellen Kraftwerken kritisch geprüft werden", so Graf. Die in vielen EU-Ländern eingesetzten Förderungen für Erneuerbare in Form von Einspeisetarifen - unabhängig vom konkreten Strombedarf - müssten weiterentwickelt werden. Manche Ökostromtechnologien haben die Marktreife bereits erreicht und benötigen daher keine Förderungen mehr. "Bestehende Einspeisetarifsysteme sollten sich mehr am Markt orientieren oder auslaufen", fordert Graf. Insgesamt ist Österreich auf einem guten Weg, das heimische Ziel von 34 Prozent eines Anteils der erneuerbaren Energien am Bruttoendenergieverbrauch bis 2020 zu erreichen.

Förderung für Bereithalten von Kraftwerkskapazitäten wird kritisch gesehen

Ein zweiter Bericht der EU-Kommission behandelt die in Europa immer wieder diskutierten Förderungen für das Bereithalten konventioneller Kraftwerke mittels so genannter Kapazitätsmärkte. Denn die vermehrte Stromerzeugung aus Sonne, Wind & Co. hat einen entscheidenden Nachteil: Der Strom steht nicht immer dann zur Verfügung, wenn man ihn braucht. "Wenn die Sonne nicht scheint und der Wind nicht weht, braucht es daher weiterhin konventionelle Kraftwerke, um den Strombedarf zu decken", erläutert Vorstand Walter Boltz. Für das Bereithalten ihrer Kapazitäten verlangen viele Kraftwerksbetreiber staatliche Förderungen. Die E-Control steht dieser Forderung kritisch gegenüber. "Statt eine weitere Förderung einzuführen, sollte besser der grenzüberschreitende Austausch von Energie vorangetrieben werden", sagt Boltz. Ziel ist, dass Länder, die gerade zusätzliche Energie benötigen, auf Erzeugungskapazitäten von Nachbarländern zurückgreifen können. Österreich selbst benötigt keine Kapazitätszahlungen, da es durch die heimischen Pumpspeicherkraftwerke über ausreichend Erzeugungskapazitäten verfügt. "Daher wäre die Einführung von Kapazitätszahlungen in Österreich eine lupenreine Beihilfe für die betroffenen Kraftwerksbetreiber, da ja eine technische Notwendigkeit nicht besteht", stellt Boltz klar. Werden auf europäischer Ebene Kapazitätsmärkte eingeführt, hat dies aller Voraussicht nach auch negative Auswirkungen auf die österreichischen Kunden.

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