"Orientierung" am 3. November in ORF 2: Ende einer Ära - Caritas-Präsident Franz Küberl im Studio-Gespräch

Weiters: Hilfe für Flüchtlinge aus Syrien, der Fall Maria und letzte Zeugen erinnern sich an die Jahre 1938 bis 1945

Wien (OTS) - Christoph Riedl präsentiert "Orientierung" am Sonntag, dem 3. November 2013, um 12.30 Uhr in ORF 2 mit folgenden Themen:

Ende einer Ära: Franz Küberl geht als Präsident der Caritas Österreich

18 Jahre lang war Franz Küberl als Caritas-Präsident so etwas wie das soziale Gewissen Österreichs. Nun hat er angekündigt, nach Auslaufen dieser Amtsperiode Mitte November nicht mehr für die Funktion des Präsidenten der Caritas Österreich zu kandidieren. "Orientierung" nimmt dies zum Anlass, einen Blick auf seine Amtszeit zurückzuwerfen. "Jeder Mensch in Österreich soll die Chance auf ein Existenzminimum haben, damit man überhaupt leben kann", dieser Leitgedanke zieht sich durch Küberls Wortmeldungen, Reden und Interviews. Etwa wenn es um die Lebenssituation von Asylwerber/innen in Österreich geht, um die Armut im Land, die Not in Ländern des Südens oder um die Betreuung von pflegebedürftigen Menschen. Kardinal Christoph Schönborn, Diakonie-Direktor Michael Chalupka und Professor Paul Zulehner kommentieren und würdigen Franz Küberls Einsatz. Ein Bericht von Christoph Riedl. Live im "Orientierung"-Studiogespräch zieht Franz Küberl die Bilanz seiner Arbeit als Caritas-Präsident und spricht über die Bedeutung von Kirche und Caritas für eine solidarische Gesellschaft.

"Nachbar in Not": Hilfe für Flüchtlinge aus Syrien

Seit 2011 herrscht Bürgerkrieg in Syrien. 6,8 Millionen Menschen benötigen humanitäre Hilfe, 4,25 Millionen Syrerinnen und Syrer mussten ihre Häuser verlassen und gelten als intern Vertriebene; Hunderttausende sind in Nachbarländer geflohen. Jordanien hat nach Angaben des UNHCR rund 525.000 Menschen aufgenommen, der Libanon mehr als 700.000. Die "Nachbar in Not"-Hilfsorganisationen Caritas, Diakonie, Rotes Kreuz, Volkshilfe, Hilfswerk und Malteser sind seit Frühjahr 2011 im Einsatz, um die betroffenen Menschen zu unterstützen. "Orientierung" hat Projekte der Caritas im Libanon besucht. Ein Bericht von Barbara Wolschek.

Letzte Zeugen - Lucia Heilman erinnert sich an die Jahre 1938 bis 1945

Im Herbst 1938 - vor 75 Jahren - musste Lucia Heilman erfahren, was es bedeutete, als jüdisches Kind in Wien unter Hitler aufzuwachsen. Die Nationalsozialisten verwiesen sie von der Schule; ihre Familie war zu arm, um sich Ausreise und Flucht aus Hitlerdeutschland leisten zu können. Der Todesmaschinerie entkamen die damals Zehnjährige und ihre Mutter Regina mit Hilfe eines Freundes: Rudolf Duschka versteckte die beiden während des gesamten Zweiten Weltkriegs und half so Mutter und Tochter, als "U-Boot" in Wien zu überleben. Rudolf Duschka ist einer von 88 Österreichern, die Juden versteckten. Im Rahmen des Projekts "Die letzten Zeugen" von Doron Rabinovici und Matthias Hartmann Anfang Oktober im Wiener Burgtheater erzählte Lucia Heilman ihre Geschichte. Ein Bericht von Klaus Ther.

Alte Mär: Der Fall Maria lässt Ressentiments gegen Roma wieder aufleben

Vor knapp zwei Wochen entdeckte die Polizei bei einer Routinekontrolle in einem Roma-Lager in der griechischen Stadt Farsala ein blondes Mädchen. Schnell war für Polizei und Weltöffentlichkeit klar: Das Kind muss entführt worden sein. Ein DNA-Test bestätigte, dass das Paar, bei dem das Mädchen lebte, nicht seine biologischen Eltern sind. Eine fieberhafte Suche nach den biologischen Eltern brach aus, quer durch ganz Europa, ja sogar in den USA. Verbindungen zu anderen Fällen verschwundener Kinder wurden hergestellt. In der Roma-Community - auch in Österreich - hat die Geschichte und die Berichterstattung darüber Unruhe, Bestürzung und Ärger ausgelöst. Denn sie baut auf rassistischen Klischees und romafeindlichen Vorurteilen auf: Roma können nicht blond sein. Roma stehlen Kinder. Roma handeln mit Kindern. "Orientierung" geht den Ressentiments gegen Roma im Fall der "blonden Maria" auf den Grund. Ein Bericht von Maria Katharina Moser.

Die Sendung ist als Live-Stream und nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) als Video-on-Demand abrufbar.

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