Hundstorfer: Langfristgutachten der Pensionskommission bestätigt Wirkung der Regierungsmaßnahmen im Pensionsbereich

Weitere Maßnahmen für ältere Arbeitnehmer erforderlich - Hauptaugenmerk auf Vermeidung von Invalidität legen

Wien (OTS/BMASK) - "Trotz der anhaltenden Auswirkungen der Wirtschaftskrise und obwohl das neue Gutachten 2013 eine niedrigerer Wanderung (Migration) und eine höhere Lebenserwartung annimmt, liegen in diesem Bericht 2013 die erforderlichen Bundesmittel für die Pensionen im Vergleich zum letzten Bericht 2010 deutlich niedriger", unterstrich Sozialminister Rudolf Hundstorfer zum heute, Dienstag, beschlossenen und präsentierten Langfristgutachten der Pensionskommission. Die erforderlichen Bundesmittel werden demnach zwischen 0,4 und 0,6 Prozent des BIP - bis 2040 im Schnitt um 0,5 Prozent des BIP (rund 1,5 Mrd. Euro pro Jahr) - niedriger sein, als im Gutachen 2010 prognostiziert. Diese Verringerung der Aufwendungen des Bundes für die Pensionen zeigen, dass die von der Bundesregierung in den letzten Jahren gesetzten Maßnahmen zu wirken beginnen, sagte der Sozialminister. ****

"Bis 2025 liegen wir nach dem neuen Bericht auf dem Referenzszenario aus dem Jahr 2003 - zu diesem Zeitpunkt werden wir 3,7 Prozent des BIP an Bundesmittel für gesetzliche Pensionsversicherung ausgeben. Die Gründe dafür liegen vor allem in der durch die bereits gesetzten Maßnahmen erreichten höheren Erwerbsquote - insbesondere bei Älteren", so Hundstorfer. Sowohl im Gutachten 2010 wie auch im Gutachten 2013 wird die Unsicherheit der langfristigen Annahmen betont. "Unter diesem Blickwinkel sind auch die Voraussagen zur Entwicklung unseres Pensionssystems ab 2030 zu betrachten", sagte der Minister. Es mache zudem nur eine Gesamtbetrachtung aller Ausgaben für die Pensionen Sinn. Der Anstieg des Altenanteils und der damit verbundenen Pensionsausgaben wird durch die absinkenden Beamtenzahlen (und die damit sinkenden Pensionsaufwendungen für die Beamtenpensionen) deutlich abgemildert. Da es weniger (hohe) Beamtenpensionen geben wird, steigen die Gesamtausgaben des Bundes für alle Pensionen deutlich geringer an.

"Der Anstieg des faktischen Pensionsalters auf 60,8 Jahre im Jahr 2060 erscheint deutlich unterschätzt zu sein, es handelt sich hier um Schätzungen und klarerweise keine Definitivzahlen. Das verhältnismäßig niedrige Pensionsantrittsalter ergebe sich vor allem durch die hohe Zahl an Invaliditätspensionen. "Hier müssen wir noch mehr Hilfe anbieten", so der Minister. Er wies auf die Reformen bei der I-Pension hin, die ab kommendem Jahr wirksam werden und umfassende Rehabilitationsmaßnahmen beinhalten. "Rechnet man nur die Alterspensionen ohne die I-Pensionen, dann liegt das Antrittsalter bei den Männern jetzt bereits bei 62,9 Jahren und bei den Frauen bei 59,3 Jahren. Wir werden daher weiter unser Hauptaugenmerk auf die Vermeidung von Invalidität und Berufsunfähigkeit legen. Dabei sind alle gefordert - vor allem auch die Wirtschaft", so der Minister.

"Erfahrungen zeigen, dass etwa die vorsichtigen Schätzungen über die Auswirkungen von den neu gesetzten Maßnahmen in der Realität deutlich höhere - also bessere Auswirkungen haben, wir erwarten dasselbe auch für die Maßnahmen die ab 1.1.2014 in Kraft treten", betonte der Sozialminister. Die positiven Effekte der sich verändernden Bildungsstruktur, die langfristigen Auswirkungen der pensionsrechtlichen Änderungen - Reformen im Bereich der Invaliditätspensionen und der vorzeitigen Alterspensionen, Angleichung des Frauenpensionsalters, erheblich stärkere Anreizeffekte bei gleichzeitig wesentlich erhöhter Transparenz der Pensionsberechnung - und auch die Dynamik der Erwerbsquoten-Entwicklung der Frauen sollten hier zu deutlich besseren Ergebnissen führen.

"Ganz zentral zeigt aber selbst diese vage Prognose, dass die Erwerbsbeteiligung der zentrale Schlüssel zur Anhebung des faktischen Pensionsalters ist, denn unser Pensionssystem ist der Spiegel dessen, was am Arbeitsmarkt passiert. Das heißt: wir müssen uns weiter und noch intensiver um Ältere am Arbeitsmarkt kümmern. Die beste Pensionsreform ist eine gute Arbeitsmarktpolitik", schloss Hundstorfer. (Schluss)

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