SWV-Margreiter: "Frau in der Wirtschaft" ist argumentativer Handlanger für prekäre Beschäftigungsverhältnisse von Frauen

Unternehmen brauchen einsatzfähige Mitarbeiterinnen, anstatt noch mehr Druck bei Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Wien (OTS) - "Es ist bedenklich, wenn das Referat "Frau in der Wirtschaft" unter der Leitung von WKO OÖ Vizepräsidentin Ulrike Rabmer-Koller als argumentativer Handlanger für prekäre Beschäftigungsverhältnisse von Frauen herhalten muss". So äußerte sich Doris Margreiter, Bundesfrauenvorsitzende des Sozialdemokratischen Wirtschaftsverbandes zu einer jüngst veröffentlichten Studie durch das Meinungsforschungsinstitut market.

"Bei dieser Studie war das Ergebnis wohl von Anfang an klar. Mit Meinungsforschung hat das nicht mehr viel zu tun. Margreiter stößt sich konkret an der Schlussfolgerung, dass Frauen zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf flexiblere Arbeitszeiten wünschen.

"Man kann das Pferd nicht von hinten aufzäumen. Wenn durch Kindererziehungszeiten mehr Flexibilität gefordert ist, dann ja wohl bei den Kinderbetreuungsangeboten. Werden diese bei einer Befragung als Konstant angenommen, ist der umgekehrte Wunsch nach Flexibilität in der Arbeitswelt natürlich verständlich. Die WKO und das Referat "Frau in der Wirtschaft" leiten daraus längere Höchstarbeitszeiten und mehr Heimarbeit (modern "Homeoffice" genannt) ab.

"Kinderbetreuungseinrichtungen sind dann effizient, wenn sie eine Vollzeitbeschäftigung und damit verbunden einen vernünftigen Verdienst fördern. Arbeitnehmerinnen, die sich während ihrer Arbeitszeit sorgenfrei auch wirklich ganz um diese Tätigkeit kümmern können, sind produktiver und stiften damit einen deutlich größeren Mehrwert als Teilzeitkräfte, die in den Mittagsstunden fluchtartig den Arbeitsplatz verlassen müssen, um das Kind pünktlich von Hort oder Kindergarten abzuholen. Wenn sich Arbeit nun nach Hause, in den Bereich also wo "Familie stattfinden soll" verlagert, wird genau das Gegenteil gefördert!"

Viele Alleinerzieherinnen sind schon jetzt überproportional armutsgefährdet, weil die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gerade in ländlichen Regionen stark eingeschränkt ist. Eine Flexibilisierung der Arbeitszeit bedeutet auch: Mehr Druck zu Spitzenzeiten und damit auch mehr Druck zur Vereinbarkeit. Alleinerzieherinnen brauchen in erster Linie Planbarkeit und damit klare Grenzen zwischen Beruf und Familie!

"Hätte man gefragt, ob sich Frauen entweder perfekt abgestimmte Betreuungsangebote wünschen oder flexible Arbeitszeiten, wäre das Ergebnis bestimmt anders ausgefallen" vermutet Margreiter. (Schluss)

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