Trendstudie Mode-Handel Wien: Modehändler in Wien auf dem Weg zu "Sinnpionieren"

Wien (OTS) - 29.10.2013 - Handelsunternehmen der Zukunft sind Sinnpioniere. Sie verkaufen nicht (nur) Waren, sondern bieten ihren Kunden sinnvolle Erfahrungen. Diese Entwicklung zeigt die "Trendstudie Mode-Handel Wien", die im Auftrag des Landesgremiums Wien des Einzelhandels mit Mode und Freizeitartikeln erstellt und heute präsentiert wurde. Das von Matthias Horx gegründete Zukunftsinstitut Österreich hat mit Unterstützung der KMU Forschung Austria erforscht, wie die Zukunft des Handels aussieht und wie sich der Konsum entwickelt.

"Konsumenten sind auf der Suche nach Menschen, denen sie vertrauen können. Gerade hier punktet der stationäre Handel durch echte Dialoge und Achtsamkeit den Kunden gegenüber", sagt Kommerzialrat Helmut Schramm, Obmann des Landesgremiums Wien des Einzelhandels mit Mode und Freizeitartikeln: "Händler werden immer mehr zu Kuratoren, die ihre Produkte in Szene setzen und Geschichten erzählen", ergänzt Schramm.

"Produkte mit Aura werden boomen. Das kann mitunter auch dadurch erreicht werden, dass aus dem Verkaufsort ein Treffpunkt wird", bestätigt auch Thomas Huber vom Zukunftsinstitut Österreich. Er ortet den Ursprung des Handels von morgen vor allem in den kreativen Zentren der Städte: "Die Aufwertung zahlreicher Grätzel in großen Städten bietet neue Möglichkeiten für Shopping-Angebote jenseits des Mainstreams. Ambitionierte junge Händler siedeln sich gerne in aufstrebenden Vierteln an. Wer einen ganzen Sack voller Ideen hat, aber nur eine Handvoll Euro, findet sich hier in bester Gesellschaft", erklärt Huber.

Modehandel in Wien auf gutem Weg

"Insgesamt ist der Modehandel in Wien schon jetzt auf einem guten Weg", erklärt Dr. Ernst Gittenberger von der KMU Forschung Austria. Wie ein Vergleich der Bilanzjahre 2002/03 und 2010/11 zeigt befinden sich nun deutlich mehr Klein- und Mittelbetriebe (KMUs) in der Gewinnzone. Waren es 2002/03 noch 41 Prozent der KMUs in den modischen Branchen in Wien, die Gewinn erwirtschaften, so stieg dieser Anteil 2010/11 schon auf 58 Prozent.

Auch der Eigenkapitalanteil steigt weiter an. Im Durchschnitt haben die modischen Branchen in Wien mit 35,4% Eigenkapitalanteil eine deutlich höhere finanzielle Unabhängigkeit als die Wiener Klein- und Mittelbetriebe insgesamt (30,3%).

Die Rückkehr des Wiener Handwerks

Wie sich das "Wiener Wesen" im bunten Modehandel der Stadt ausdrückt, damit haben sich die Studienautoren eingehend beschäftigt. Hier die wichtigsten Trends:

- Urbane Manufakturen sind das Salz in der Suppe der Wiener Einkaufslandschaft. Handwerk wird gerade nach Krisenzeiten in Zukunft wieder eine große Rolle in der Wiener Handelslandschaft spielen.

- Händler-Communities erleben eine Renaissance. Um mehr Besucher in die Geschäfte zu locken, eignen sich Straßenfeste oder kleinere Events, die oft von den Händlern selbst in Kooperation gestaltet werden.

- Wien weist ein großes Potenzial in Sachen Green Fashion und Slow Fashion auf. Während sich die Slow Fashion-Bewegung gegen die Wegwerfkultur richtet, ist Green Fashion heute "salonfähig" geworden. Gerade Wiener Designer erfüllen in diesem Bereich Ansprüche des Top-Designs.

- Das wachsende Interesse an Wien als Reisedestination bringt frischen Wind. Der Wunsch der Wien-Touristen nach internationalen Luxusmarken bietet auch heimischen Traditionsunternehmen aus dem High-End-Sektor ein neues, konsumfreudiges Klientel. Nach Schätzungen der KMU Forschung Austria entfallen 10 - 12% des Wiener Einzelhandelsvolumens auf Touristen. Zu den Globe-Shoppern, also den kaufkräftigen internationalen Touristen, zählen Gäste aus Russland, China, Japan, USA und Indonesien.

- Die Kompetenz der Mitarbeiter wird im Handel immer wichtiger. Gerade im heiß umkämpften Sportfachhandel ist exzellente Beratung ein guter Rettungsanker gegen den starken Konkurrenzdruck.

- Und so eigenartig es klingen mag: Nostalgie-Shopping ist gerade in Wien ein wichtiges Zukunftsthema. Händler können damit punkten, Althergebrachtes und Modernes zu verknüpfen.

"In Wien treffen Tradition und Trends aufeinandertreffen. Das war schon immer ein faszinierender Aspekt an Wien", ist Schramm überzeugt. "Wien ist bekanntlich anders, und das gilt auch bei der Dynamik seiner Einkaufsviertel. Hier werden starke Einkaufsagglomerationen ausgebaut, Einkaufszentren haben einen festen Platz im Handelsgefüge und es wird versucht, Einkaufsstraßen und -grätzl auf hohem Niveau zu halten. Gleichzeitig entdecken innovative Betriebstypen aufstrebende Viertel und gestalten sie mit, wodurch neue Standortqualitäten geschaffen werden", meint Schramm abschließend.

Weitere Informationen:
Download des detaillierten Pressetextes zur Studie inklusive Best Practice-Beispiele sowie von Grafiken und Fotos unter www.wko.at/wien/mode-freizeitartikel-eh/presse

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