Fünf Jahre nach dem Finanzcrash: "Menschen & Mächte" analysiert am 30. Oktober den "Charakter des Geldes"

Mehr zum Thema Finanzwirtschaft in "WELTjournal +" und "Eco spezial"

Wien (OTS) - Den fünften Jahrestag des großen Finanzcrash im Jahr 2008 nimmt der ORF zum Anlass, um Rückschau zu halten und Bilanz zu ziehen. Seit nunmehr fünf Jahren geht die Angst um: Überlebt unsere Währung, der Euro? Wie wird es dem Dollar ergehen? Die Schuldenstände der öffentlichen und privaten Haushalte sind riesig, Notenbanken pumpen unaufhörlich Geld in die Wirtschaft, um ein marodes Bankensystem zu stützen, scheinbar gesichtslose, anonyme Investoren treiben Politik und Wirtschaft vor sich her. Menschen, vor allem im Süden Europas, aber auch in den USA und in Großbritannien verlieren in Massen ihre Arbeit, ein Ende ist nicht in Sicht. Andere profitieren noch in der Krise und tragen ihren Reichtum zur Schau. Doch: Was ist Geld eigentlich, dieses Geld, das die Weltwirtschaft am Laufen hält, das in riesigen Mengen täglich um den Globus verschoben wird, dessen Menge unaufhörlich wächst, das sich in den Händen weniger akkumuliert?

Diesen Fragen widmet sich Peter Beringers "Menschen & Mächte"-Dokumentation "Der Charakter des Geldes" am Mittwoch, dem 30. Oktober 2013, um 22.30 Uhr in ORF 2. Gedreht wurde für diese ORF-Produktion in Österreich, Deutschland, Großbritannien, USA, Türkei und in China. Das anschließende "WELTjournal +" beschäftigt sich um 23.25 Uhr mit dem Thema "China - Geld und Liebe" und dem Kampf von 180 Millionen Single-Chinesen mit beträchtlichen finanziellen Mitteln um eine Partnerin / einen Partner. Einen aktuellen Statusbericht von der Krise unseres Geldes liefert am Donnerstag, dem 31. Oktober, um 22.30 Uhr in ORF 2 ein "Eco spezial" über "Die Euro-Krise" - mit einer kritischen Währungsbilanz fünf Jahre nach Ausbruch der Finanzkrise.

Mittwoch, 30. Oktober, 22.30 Uhr, ORF 2: "Menschen & Mächte: Der Charakter des Geldes"

Schon immer war Geld ein widersprüchliches Gut: Ein in sich meist wertloses Wertaufbewahrungsmittel, ein Unterscheidungsmerkmal, das Menschen in Klassen einteilt und dennoch wie keine andere menschliche Erfindung zu sozialer Mobilität und geistiger Produktivität geführt hat. Geld ist heute an keine realen Werte mehr gebunden, reine Abstraktion, kaum noch greifbar, weder geistig noch physisch: Die fantastischen Summen, um die es geht, existieren meist nur noch als Bits und Bytes, abgespeichert in den Computern der Noten-, Geschäfts-und Investmentbanken, der Hedge- und Pensionsfonds und der Versicherungen. Geld: Das sind Schulden und Ansprüche aneinander, an die die Marktteilnehmer glauben.

Solange das Vertrauen in das Finanzsystem überwiegt, werden mit Hilfe des Geldes Güter, Dienstleistungen und Ideen bewegt - und vor allem Geld selbst. Wenn das Vertrauen schwindet, kommt die Wirtschaft zum Stillstand, werden riesige Vermögen vernichtet. Mit diesem Risiko spielt täglich ein Heer von Finanzfachleuten, das über den Globus verteilt und vernetzt ist. Soziologen, Philosophen und Theologen bezeichnen Geld heute als die einzige globale Religion. Ist eine andere Art des Wirtschaftens als mit Geld überhaupt denkbar? Und wohin führt uns die aktuelle Entwicklung der Finanzwirtschaft?

In der Dokumentation von Peter Beringer gehen Philosophen wie der Wiener Gerhard Schwarz und die Berlinerin Christina von Braun, Ökonomen wie Ha-Joon Chang, Max Otte und Christoph Deutschmann, Finanzkritiker wie der Ex-Derivatehändler Brett Scott und die österreichische ATTAC-Mitgründerin Karin Küblböck, der österreichische Unternehmer Hans-Peter Haselsteiner und Neurowissenschafter Thomas Elbert der Frage nach: Was ist Geld überhaupt? Ist der Umgang mit Geld ausschließlich auf ethischer Grundlage möglich oder bleibt diese Idee Utopie, weil ihre Umsetzung an der menschlichen Gier scheitert? Fest steht jedenfalls: Politik und Gesellschaft haben die Kontrolle über die Macht des Geldes verloren - sie zurückzugewinnen ist die zentrale Zukunftsfrage nicht nur für die EU, sondern die gesamte Weltwirtschaft.

Donnerstag, 31. Oktober, 22.30 Uhr, ORF 2: "Eco spezial - Die Macht des Geldes"

Der Euro ist eine Währung geworden, die in den Augen vieler kein Segen mehr ist, sondern ein Fluch. Denn die Euro-Schuldenkrise rüttelt am Fundament Europas. Jetzt im Herbst 2013 wirkt der Euro zwar stabil. Aber ist die Gefahr damit wirklich vorbei - oder steht das dicke Ende für die Euro-Zone und für Österreich erst bevor? Um diese brisanten Fragen dreht sich die TV-Dokumentation "Die Euro-Krise" im Rahmen der ORF-Sendung "Eco spezial" von Georg Ransmayr und Hans Wu. Von der Europäischen Zentralbank gibt es bisher keine Entwarnung: Die Euro-Zone sei noch nicht über den Berg, sagen die Währungshüter. Und kritische Ökonomen wie Hans-Werner Sinn, Max Otte und Theresia Theurl zweifeln an der Zukunft der Währung, wenn nicht entscheidende Korrekturen vorgenommen werden. Die Dokumentation analysiert das Politdrama rund um die Rettung der Europa-Währung. EZB-Präsident Mario Draghi sowie sein Vorgänger Jean-Claude Trichet schildern dem ORF-Team die heikelsten Momente in der bisherigen Zerreißprobe für die Euro-Zone. Ist der Euro jetzt gerettet, oder nicht? In "Eco spezial" wagen politische Entscheidungsträger und Experten eine Einschätzung der weiteren Entwicklung der gemeinsamen Währung. Ergänzt mit Reportagen aus Spanien und Griechenland ist die Dokumentation ein aktueller Statusbericht von der Krise unseres Geldes.

Die angeführten Sendungen sind nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) als Video-on-Demand abrufbar.

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