Martinigansl: meist aus ausländischer Stopfmast

Qual-Fleisch genussuntauglich und entsorgungspflichtig

Wien (OTS) - Um den Martinstag am 11. November ist es wieder so weit. Auf den heimischen Tellern wird Gans präsentiert. Der Österreichische Tierschutzverein warnt vor Stopfgänsen.

Für diesen Brauch landen jährlich 250.000 extra gezüchtete Gänse im Backofen. Mehr als 90 % der Festtagsvögel stammen aus dem Ausland, insbesondere aus Ungarn, wo für die tierquälerische "Spezialität" Stopfleber gezüchtet wird. Das Fleisch dieser krank gemachten Tiere landet inzwischen fast ausschließlich in der Gastronomie, die strengen heimischen Gesetze werden durch die Fleischbeschaffung aus den ungarischen Stopfmastfarmen umgangen.

Das österreichische Lebensmittelsicherheits- und Verbraucherschutzgesetz sieht zwingend die Beschau von für den Verzehr bestimmtem Fleisch durch amtliche Veterinäre vor. Sollten "phatophysiologische Veränderungen" oder "Konsistenzänderung" festgestellt werden, unterliegt das Fleisch der Entsorgungspflicht, ist also "genussuntauglich". Die Stopfleber erfüllt beide dieser Kriterien und sollte daher genauso wie die damit zusammenhängenden Produkte, nicht auf den Tisch kommen.

Mastgänse werden in körperenge Käfige gesperrt (Bewegung bremst das Leberwachstum). Zwei bis dreimal am Tag wird den Gänsen und Enten mit einer Maschine Maisbrei (ca. 850 g) in den Magen gepumpt. Die Menge ist für den Menschen vergleichbar mit 13 Kilogramm Nudeln, dreimal täglich! Nach 14 Tagen können die Tiere kaum noch atmen, schnattern oder aufstehen. Die fette, kranke Leber zerdrückt die Organe. Jedes vierte Tier stirbt an den Qualen.

"Schwer vorstellbar, dass jemand so etwas gerne essen möchte", kommentiert Susanne Hemetsberger, Geschäftsführerin des Österreichischen Tierschutzvereins die Situation. Sie empfiehlt Konsumenten, auf die fette Mahlzeit zu verzichten. "Das ist gut für die Gesundheit, die Tiere und das Klima". Wer jedoch dem Gänsebraten nicth entsagen will, greift am Besten zu heimischen Weidegänsen aus Biohaltung. Die sind zwar teurer, aber durch den geringeren Fettgehalt bleibt nach dem Bratvorgang auch mehr Fleisch übrig.

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