Neues Volksblatt: "Zum Schämen?" von Markus EBERT

Ausgabe vom 29. Oktober 2013

Linz (OTS) - Frank Stronach ist in die Politik gegangen, ist aber nach eigenen Worten "kein Politiker". Wie dem auch sei: Noch ehe die parlamentarische Karriere des Parteigründers so richtig begonnen hat, steht sie schon wieder vor dem Ende. Einmal noch wird sich der Milliardär heute bei der konstituierenden Sitzung des Nationalrates im Blitzlichtgewitter und den Kamerascheinwerfern wiederfinden, ehe er in absehbarer Zeit den Hut drauf hat. Ob das, was er hinterlässt, eine Bereicherung für den Parlamentarismus ist, darf bis zum Beweis des Gegenteils angezweifelt werden. Denn zurück bleibt eine Ansammlung von Polit-Individualisten, die gesinnungsmäßig nur verbindet, dass sie gesinnungsmäßig flexibel sind.
Letztlich wird es gut sein, wenn sich der Fokus von dieser politischen Sternschnuppe wieder in Richtung Realpolitik verschiebt. Da kommt, sollten SPÖ und ÖVP wieder in einer Koalition zusammenfinden, einiges an Arbeit auf deren Klubchefs zu. Bei Zweidrittel-Materien wird man mit FPÖ und/oder Grünen viel zu verhandeln haben, wobei man gespannt sein darf, wie sehr der politische Preis jeweils hochlizitiert wird. Allerdings sollte schon um der Reputation der Gesetzgebung willen nicht der Eindruck entstehen, man befinde sich in einem Basar. Anders gesagt: Die Damen und Herren Abgeordneten können viel dazu beitragen, dass die Bezeichnung Politiker eine ist, derer man sich - anders als Stronach - nicht schämt.

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