- 25.10.2013, 13:12:32
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44. Wiener Gemeinderat (3)
Aktuelle Fragestunde zum Thema "Vor 90 Jahren Beginn des kommunalen Wohnbaus in Wien"
Utl.: Aktuelle Fragestunde zum Thema "Vor 90 Jahren Beginn des
kommunalen Wohnbaus in Wien" =
Wien (OTS) - GR Ing. Mag. Bernhard Dworak (ÖVP) wies darauf hin, dass
2000/2001 noch 10.000 Wohnungen gefördert worden seien, heute seien
es nur 6.700. Dazu komme der "Etikettenschwindel" mit Smart
Wohnungen. Es solle überlegt werden, wie die Wohnbauförderung zu
erhöhen sei. Es sei aber nicht möglich, auf den privaten Markt zu
setzen, dieser könne leistbaren Wohnbau nicht schaffen. Er forderte,
die Wohnbauförderung zu erhöhen und rief Bürgermeister Häupl zu
"Gedankenfreiheit" auf, Eigentum zu fördern. Der Wohnungsmarkt würde
es ihm danken.
GR David Ellensohn (Grüne) erinnerte daran, dass ÖVP und FPÖ rund
60.000 Wohnungen, die in Staatseigentum waren, verkauft hätten sowie
"Parteienfinanzierung und Freunderlwirtschaft" betrieben hätten.
Nicht alle Menschen könnten sich Eigentum leisten und viele würden
gerne in Gemeindewohnungen leben. Die Stadt habe gesetzliche
Verantwortung für die Bereitstellung leistbarer Wohnungen. Er wies
darauf hin, dass Betriebskosten und Mieten in Gemeindebau und
Genossenschaftswohnungen mit der Inflationsrate gestiegen seien, aber
nicht höher. Hingegen würden die Kosten auf dem privaten Markt
explodieren. Er werde die "220.000 Gemeindewohnungen gegen
konservative und neoliberale Hände verteidigen".
GR Mag. Günter Kasal (FPÖ) betonte, dass der Wohnbau in den 1920er
Jahren großen Respekt verdiene. Aber 2013 gebe es "aktuellere Themen"
des leistbaren Wohnbaus, die es zu besprechen gelte. Er fragte sich,
weshalb Wiener Wohnen Richtwertmieten erhöhe, obwohl es keine
gesetzlichen Regelungen gebe. Er rechnete anhand von Beispielen vor,
dass 2011 in bestimmten Gemeindebauten bis zu 40 Prozent mehr
Betriebskosten verlangt worden seien, als der Durchschnittswert
zugelassen hätte. Daher sah er "dringenden Handlungsbedarf" und
verlangte von Wohnbaustadtrat Ludwig, er möge eine "transparente
Betriebskostenabrechnung von Wiener Wohnen zur Verfügung stellen".
Hinsichtlich der Steigerung von Müll-, Kanal- und Energiekosten
forderte Kasal, "dringend neue Gemeindewohnungen zu bauen, mindestens
5.000 im Jahr".
GRin Eva-Maria Hatzl (SPÖ) führte aus, wie der soziale Wohnbau in
Wien historisch gewachsen sei und ursprünglich aus der Wohnungsnot
und dem Kampf gegen Tuberkulose unter dem Motto "gesundes Wohnen,
gesunde Menschen" entstanden sei. Damals sei auch die zweckgebundene
Wohnbausteuer eingeführt worden, was dazu führte, dass 1934 ein
Zehntel der Wienerinnen und Wiener in Gemeindebauten wohnten. Heute
lebten rund 60 Prozent der Wiener Bevölkerung im sozialen Wohnbau,
und das im Vergleich zu anderen Städten zu "moderaten Mieten". Der
Bundesgesetzgeber sei gefordert, klare Richtlinien gegen
marktpolitische Bestrebungen zu schaffen. Der Verkauf von
Gemeindebauten komme nicht in Frage.
Unterstützungen für den Verein "Caritas der Erzdiözese Wien"
sowie die "Initiative Minderheiten"
GRin Mag.a Ines Anger-Koch (ÖVP) betonte die Wichtigkeit der
Förderung der Initiative Minderheiten, bezweifelte aber die
"Sinnhaftigkeit des Symposiums". Integrationsarbeit brauche mehr als
Erziehung und Bildung. Ziel müsse es sein, Kindern, egal woher sie
stammten, gleiche Chancen zu geben. Der Integrationsbericht sei
besorgniserregend hinsichtlich migrantischer Jugendlicher, die oft
keinen Schulabschluss hätten und keine Berufsausbildung. Menschen mit
Migrationshintergrund brächten ein großes Asset durch ihre
Mehrsprachigkeit ein. Es sei aber notwendig, "offene Löcher in der
Integrationspolitik zu stopfen". In diesem Zusammenhang forderte sie
bessere Information über Vorsorgeuntersuchungen. Die Stadt
unterstütze viele Vereine, die zur Integration beitragen würden,
dabei passiere dieser Beitrag bei Sport und Freizeit automatisch.
Auch im Pflichtschulbereich gebe es viele Möglichkeiten zur
Integration. Sie bot an, in Zukunft "mehr Hand in Hand" zu arbeiten,
um weiterhin den "Output erfolgreich" zu halten.
GR Senol Akkilic (Grüne) verteidigte die Summe von 18.800 Euro für
den Verein, der wichtige Integrationsarbeit leiste. Er forderte
außerdem, "alle Sprachen als gleichwertig anzusehen", wie es im
"komplexen Bereich der EU" möglich sei. Er gab weiter zu bedenken,
dass hinter der Muttersprache auch Kultur stehe, die gepflegt werden
solle. Er plädierte dafür, schon im Kindergarten alle Sprachen
anerkennen und fördern.
GR Armin Blind (FPÖ) zeigte sich verwundert über den
Debattenschwerpunkt Integration, hätte er der Regierung doch
Stimmenverluste eingebracht. Zur "Einfügung in eine Gesellschaft"
reiche nicht die gemeinsame Sprache, dazu komme die "Übernahme der
Werte". Entscheidend sei die "Integrationsfähigkeit und -willigkeit".
Es müsse "Stolz" auf die hiesige "Leitkultur" vermittelt werden.
Während der Wortmeldung Blinds bezeichnete GR Akkilic ihn als
"rassistisch", was Akkilic einen Ordnungsruf durch den Vorsitzenden
GR Kowarik einbrachte. (forts) heb/red
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