Schaden durch fanatisches Engagement

Frauenring unterstützt Bericht über sexuelle und reproduktive Gesundheit

Wien (OTS) - Am 22. Oktober wurde dem Europäischen Parlament der Entwurf des Estrela-Berichts über die sexuelle und reproduktive Gesundheit vorgelegt. Da ultrakonservative Kreise bereits im Vorfeld massive Hetze betrieben, kam es bei der Abstimmung über den Bericht im Parlament zu tumultartigen Szenen - eine klare Verletzung demokratischer Spielregeln durch gewaltsame Agitationen! Letztendlich wurde der Bericht an den Frauenausschuss zurückverwiesen. Der Österreichische Frauenring erachtet es jedoch als immens wichtig, dass der Bericht im Europäischen Parlament angenommen wird.

Denn der Bericht über sexuelle und reproduktive Gesundheit

  • stellt einen wichtigen Schritt zur Verbesserung der sexuellen und reproduktiven Gesundheit von Frauen und Männern dar.
  • verlangt den Zugang zu qualitativ hochwertigen Methoden der Familienplanung.
  • führt zu einer Reduzierung von unerwünschten Schwangerschaften, Teenager-Schwangerschaften sowie auch der Müttersterblichkeit.
  • hat nicht nur Auswirkungen auf EU-Mitgliedsländer, sondern ist auch im Rahmen der europäischen Entwicklungszusammenarbeit von großer Bedeutung.

Der freie und sichere Zugang zu legalen Schwangerschaftsabbrüchen ist unverzichtbarer Teil der Menschenrechte auf Gesundheit und körperliche Integrität. Frauen dürfen nicht aufgrund der biologischen Fähigkeit Kinder zu gebären im Gesundheitswesen diskriminiert werden!

Bereits 2004 forderte der Österreichische Frauenring, dass das Recht auf Familienplanung aller Menschen, sowie das Recht aller Frauen frei und selbstbestimmt über Zeitpunkt und Zahl ihrer Geburten zu entscheiden, in der Bundesverfassung verankert wird. Der Staat muss freien Zugang zu Mitteln und Einrichtungen der Familienplanung, Empfängnisverhütung und Geburtenkontrolle gewährleisten. Außerdem sollte der Staat - nach Maßgabe von Einkommen und Vermögen - für eine Kostenübernahme sorgen.

Die aktuelle Blockade-Strategie fundamentalistischer Kreise gefährdet das Leben und die Gesundheit von Frauen auf unverantwortliche Weise - unterstützen wir daher die BefürworterInnen des Berichts im Europa-Parlament!

Rückfragen & Kontakt:

Brigitte Hornyik, Vorstandsmitglied des ÖFR
Tel.: 06642522008
office@frauenring.at

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