Neues Volksblatt: "Gagenvergleich" von Markus EBERT

Ausgabe vom 23. Oktober 2013

Linz (OTS) - Unbestätigten Gerüchten zufolge hat der Trainer der österreichischen Fußballnationalmannschaft, Marcel Koller, eine Jahresgage von 600.000 Euro. Netto. Der FC Nürnberg, der um Koller warb, wollte angeblich 1,5 Millionen Euro zahlen. Für Aufregung sorgen Beträge in dieser Größenordnung weder in Österreich noch im benachbarten Deutschland. Selbst die kolportierte Jahresgage von 15 Millionen Euro im Jahr für den Startrainer von Bayern München, Pep Guardiola, ließ keine Diskussionen aufflammen.
Im Vergleich zu Fußballtrainern sind österreichische Spitzenpolitiker arme Schlucker. Mit Stichtag 1. Jänner 2012 verdiente der Bundespräsident 22.848 Euro brutto monatlich, ein Minister oder ein Landeshauptmann 16.320 Euro. Auch das ist nicht wenig Geld, oder sogar zu viel, wie in boulevardbefeuerten Stammtischdiskussionen behauptet wird. Als heuer erstmals seit 2008 die Politikergehälter im gleichen Ausmaß wie die Pensionen erhöht wurden, gab es im Parlament darüber eine heftigst geführte Debatte.
Gewiss ist so mancher politische Glücksritter mit einer Nationalratsgage von knapp über 8000 Euro überbezahlt. Das ist aber eher ein Problem der Vor-Auswahl, denn nicht überall gilt das Kriterium "beste Köpfe". Aber im Gegensatz zum Fußball geht es in der Politik tatsächlich ums Land und nicht bloß um Unterhaltung - und diese Verantwortung muss auch honoriert werden.

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