Dennis Meadows in Wien: Nachhaltigkeit gemeinsam neu denken!

- Erfolgreicher Start der "Future Lectures": Mehr Mut zur Veränderung!

Wien (OTS) - Mehr als 300 TeilnehmerInnen beim Auftakt der neuen Veranstaltungsreihe des FORUM Umweltbildung

"Es ist zu spät für nachhaltige Entwicklung. Jedenfalls dann, wenn wir den Begriff nicht weiterentwickeln", überraschte der Pionier der Wachstumskritik Dennis Meadows seine ZuhörerInnen beim Auftakt der "Future Lectures" gestern Abend am neu eröffneten Campus der WU Wien. Bereits in seinem 1972 erschienenen Werk "The Limits to Growth" skizzierte Meadows zwei Zukunftsszenarien: Overshoot und Nachhaltigkeit. Aktuelle Studien zeigen, dass sich die heutige Gesellschaft Richtung Overshoot bewegt. Veränderung tut daher Not:
"Nachhaltige Entwicklung ist möglich, wenn wir unser Verständnis und unser Verhalten ändern. Für eine nachhaltige Entwicklung braucht es Anpassung auf der persönlichen Ebene, in Systemen, in Gesellschaften und im universitären Kontext", so Meadows.

Fehlerfreundliche Systeme sind gefragt

Meadows führte in seinem Vortrag vor Augen, dass ein Wandel möglich ist, sofern wir drei Prinzipien beachten: Veränderung ist möglich, Veränderung ist nicht einfach, Veränderung ist - v. a. zu Beginn -nicht angenehm. Als Grundvoraussetzung für Veränderung braucht es zudem fehlerfreundliche Systeme: "Nachhaltige Entwicklung ist nur möglich, wenn Fehler zugelassen werden und am Beginn des Prozesses Unannehmlichkeiten akzeptiert werden", erklärte Meadows. Universitäten sowie Lehrenden sollte bewusst sein: Vieles, was gelehrt wird, ist möglicherweise bereits in wenigen Jahren durch neuere Forschungsergebnisse oder Erkenntnisse wieder überholt. Daher gilt es, Studierenden mehr Fähigkeiten und Fertigkeiten zu vermitteln als reine Informationen. Ebenso essenziell: die ethische Auseinandersetzung mit Themen.

Meadows: "I hope for the best and prepare for the worst"

Im Rahmen der Podiumsdiskussion stellten VertreterInnen der Hochschulen abschließend drei Wünsche in den Raum: Durch die Veranstaltungsreihe soll die Interaktion zwischen Lehrenden und Studierenden sowie zwischen den Disziplinen gestärkt werden. Und:
Menschen, die bisher noch wenig über Nachhaltigkeit nachgedacht haben, sollen animiert werden, einen Unterschied zu machen. Auf die Frage, ob er nun Optimist oder Pessimist sei, meinte Meadows: "I hope for the best and prepare for the worst." Und das ist es, was Unis und Hochschulen in der Lehre umsetzen müssen: Den Studierenden das Wort geben, Aktionen und Taten sprechen lassen und auf Veränderungen vorbereitet sein.

Future Lectures werden fortgeführt

Die neue Veranstaltungsreihe des FORUM Umweltbildung bietet Studierenden, Lehrenden und allen Interessierten die Gelegenheit, sich mit den Aktivitäten der Universitäten zu aktuellen Nachhaltigkeitsthemen vertraut zu machen. Denn: Österreichs Unis und Hochschulen sind Motoren einer zukunftsfähigen Entwicklung. Mit dieser Auftaktveranstaltung wurde ein Diskurs eröffnet, der fortgeführt wird: An der BOKU wird am 28. November über Ressourcenknappheit am Beispiel Boden und Landfläche diskutiert, am 10. Dezember geht es an der FH Joanneum um nachhaltige Lebensmittel. Nach dem Jahreswechsel schließt sich der Kreis an der WU Wien am 9. Jänner 2014 mit der Future Lecture zur ökologischen Makroökonomie.

Weitere Informationen: http://www.umweltbildung.at/future-lectures

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DIin Irmgard Stelzer
FORUM Umweltbildung
Tel. 0043-1-402 47 01-27
E-Mail: irmgard.stelzer@umweltbildung.at
www.umweltbildung.at

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