BZÖ-Bundeskonvent: Gerald Grosz mit überwältigender Mehrheit zum neuen Bündnisobmann gewählt

"Das BZÖ wird sich nicht zerstören lassen und es wird uns länger geben, als es unseren politischen Mitbewerbern lieb ist"

Linz (OTS) - Bei einem außerordentlichen Bundeskonvent des BZÖ im Linzer Ars Electronica Center wurde heute Gerald Grosz mit 179 Stimmen und drei Enthaltungen von 182 Wahlberechtigten zum neuen Bündnisobmann gewählt. Als seine Stellvertreter wurden die beiden Gemeinderäte Marianne Edlacher und Florian Heimbucher gewählt.

Am Beginn seiner Rede dankte Gerald Grosz seinen Mitstreitern für ihre Treue und Loyalität. "Ihr zeigt mit eurem zahlreichen Erscheinen, dass das BZÖ für euch mehr als eine politische Bewegung ist, nämlich eine Herzensangelegenheit. Das macht Hoffnung. Mit eurem Kommen zeigt ihr Interesse am Weiterbestand unserer Bündnisses - und ihr zeigt Interesse an einem gemeinsamen Neubeginn", sagte Grosz, der sich auch insbesondere bei Josef Bucher bedankte. "Du warst der Obmann der Herzen in unserer Bewegung. Wir wissen alle, dass du es nicht leicht gehabt hast. Mit unserem Applaus wollen wir dir heute auch zeigen, dass wir auch in Zukunft stolz auf dich sein werden -weil du ein in unserer politischen Landschaft außergewöhnlich seriöser, sachlicher, ehrlicher Mensch bist. Das zeigt nicht zuletzt das Kärntner Wahlergebnis mit fast 11 Prozent und die rund 7.000 Vorzugstimmen, die du erreichen konntest. Daher lasse ich es auch nicht zu, dass du von Bord gehst, denn du bist für uns weiterhin unverzichtbar."

"Die Fehler, die gemacht wurden, sind nicht in den letzten zwei Monaten passiert, sondern schon vor vier Jahren, als wir uns nicht dazu durchringen konnten, konsequent den Weg weiterzugehen, den uns Jörg Haider im Jahr 2008 hinterlassen hat - ein Weg, den Josef Bucher versucht hat, zu adaptieren. Einen Weg für die anständigen, fleißigen Leistungsträger unseres Staates - kurzum den politisch heimatlosen Mittelstand. Wir haben diesen Weg auch deshalb nicht ehrlich vollzogen, weil wir uns insbesondere personell nicht dazu durchringen konnten, uns von den Altlasten zu befreien", so Grosz.

Schlussendlich sei das BZÖ zwischen FPÖ, Team Stronach und den NEOS zerrieben worden. Die zukünftige Arbeit als außerparlamentarische Opposition ist aber für den neuen Bündnisobmann "kein Beinbruch". Unter seiner Führung werde das BZÖ künftig zwar etwas kantiger und lauter, aber "ohne dabei den Weg der intellektuellen Redlichkeit zu verlassen", bekräftigte Grosz. Das Bündnis solle zudem offener werden und die Menschen einladen, ein Stück des Weges mit ihm zu gehen. "Wir müssen dabei auch die Nummer 1 in den sozialen Netzwerken werden, denn dort ist heute die Jugend abzuholen." Auch forderte Grosz eine verstärkte basisdemokratische Ausrichtung, etwa indem tagespolitische Themen von den Mitgliedern im Internet abgestimmt werden sollen.

Ein Einzug des BZÖ in den Nationalrat hätte eine große Koalition verhindert, aber das rot-schwarze System habe nichts ausgelassen um den BZÖ Steine in den Weg zu legen, kritisierte Grosz, der an das zwei Wochen vor der Wahl angesetzte Telekom-Urteil erinnerte. "So schwierig die letzten Wochen auch waren, letztlich ist das Wahlergebnis aber auch eine große Chance für einen echten Neubeginn. Denn wer am gusseisernen Bestand angekommen ist, kann nicht mehr viel falsch, dafür aber vieles neu und besser machen", so Grosz.

"Das BZÖ wird sich nicht zerstören lassen und es wird uns länger geben, als es unseren politischen Mitbewerbern lieb ist", zeigte sich Grosz überzeugt. "Die NEOS geben sich zwar ein junges bürgerliches Äußeres, hinter dem sich aber "die linke Fratze der Heide Schmidt" verbirgt. Eine Wählertäuschung, die die Menschen mittlerweile allerdings schon durchschaut haben, genauso wie sie mittlerweile verstanden haben, dass jede Stimme für das Team Stronach eine verlorene Stimme war. Und Faymann und Spindelegger schleichen sich jetzt wieder ins Hochzeits- vulgo "Faulbett" der Großen Koalition. Wir werden den Stillstand einer solchen Koalition verarzten müssen. Es besteht kein Grund, an der inhaltlichen Ausrichtung unseres Bündnisses etwas zu ändern. Denn wir haben schon in den letzten Jahren die Lösungen für viele Themen, die den Menschen unter den Nägeln brennen, erarbeitet und werden das auch weiterhin tun", sagte Grosz abschließend.

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