Mückstein: Dringender Handlungsbedarf bei Prävention und Behandlung von psychischen Erkrankungen

Grüne: Investition in psychische Gesundheit ist Voraussetzung für nachhaltige Sozialpolitik

Wien (OTS) - "Der Monitoringbericht der Pensionskommission ist alarmierend. Durch ihn ist bekanntgeworden, dass der starke Anstieg der psychischen Erkrankungen vor allem Frauen betrifft. Psychische Störungen sind meist unterschätzt und oft unbehandelt", sagt die neu gewählte Abgeordnete der Grünen, Eva Mückstein, und ergänzt: "Leider ist Österreich im internationalen Vergleich noch immer trauriges Schlusslicht".

Sowohl fachärztliche als auch psychotherapeutische Behandlungsangebote hinken weit hinter dem Bedarf hinterher. Die Prävention psychischer Erkrankungen am Arbeitsplatz durch ArbeitspsychologInnen ist noch immer nicht bedarfsgerecht etabliert. Das Erstattungssystem in Österreich ist zudem überzogen kosten- und zu wenig wirkungsorientiert.

"Bei der Behandlung von psychischen Störungen wird auch die Bedeutung der HausärztInnen unterschätzt, denn depressive Syndrome sind in der Hausarztpraxis mit Schätzungen von 7 bis 11 Prozent ein überaus häufiges Phänomen. Jede zweite depressive Erkrankung wird nicht erkannt. Von denen, die erkannt werden, erhält nur ein Bruchteil eine adäquate psychotherapeutische und/oder medikamentöse Behandlung", meint Mückstein.

"Das größte Defizit besteht aber fraglos bei der kassenfinanzierten Psychotherapie. Sie ist in Österreich systemwidrig rationiert und deckt nicht einmal 10 Prozent des aktuellen Bedarfs von etwa 400.000 benötigten Psychotherapieplätzen ab. Hier braucht es dringend Verbesserungen. Ich fordere ÖVP und SPÖ dringend auf, die derzeitige Rationierung im Bereich Psychotherapie aufzuheben, und in das Koalitionsabkommen einen bundesweit einheitlichen Kassenvertrag für Psychotherapie aufzunehmen", sagt Mückstein.

Das Recht auf kassenfinanzierte Psychotherapie bei krankheitswertigen Störungen steht seit 1992 jeder versicherten Person zu, wird von den Krankenkassen aber nach wie vor verweigert.

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