Neues Volksblatt: "Auf Crashkurs" von Manfred MAURER

Ausgabe vom 18. Oktober 2013

Linz (OTS) - Obwohl die Erleichterung über den im letzten Moment erzielten US-Budgetkompromiss (siehe Seite 13) groß ist, machte der Dollar gestern keinen Freudensprung. Im Gegenteil: Der Euro legte zu, der Goldpreis stieg gar zeitweise um fast vier Prozent. Lehrbuchmäßig hätte nach der Entwarnung an der Finanzfront der Dollarkurs steigen müssen. Doch der Dollar reagierte völlig "richtig". Denn die Krise ist alles andere als gelöst. Im jüngsten Budgetstreit ging es nämlich nur vordergründig um den vorerst gescheiterten Versuch von ein paar Republikaner-Fundis, Obamas Gesundheitsreform auszuhebeln. Tatsächlich geht es wie in Europa um die Schuldenkonsolidierung. Seit dem Jahr 2000 hat sich die US-Schuldenquote auf 110 Prozent des BIP verdoppelt. Sie ist zwar geringer als die Griechenlands, aber deutlich höher als jene Spaniens bzw. der Euro-Zone.
Obama tut wie seine Vorgänger nichts zur Trendumkehr. Im Gegenteil. So sehr "Obamacare", die Krankenversicherung für alle, eine soziale Errungenschaft sein mag: Der Präsident hat keinen Plan, wie er die immensen Kosten an anderer Stelle einspart. Vielmehr wird die gesetzliche Schuldenobergrenze bei Bedarf einfach angehoben - und damit ad absurdum geführt.
Irgendwann ist dieses Spiel aus - und der Crash da. Und zwar dann, wenn die Kapitalgeber ihr Vertrauen in Stabilität und Zahlungsfähigkeit der USA verlieren. Angeknackst ist es schon, wie der schwächelnde Dollar zeigt.

Rückfragen & Kontakt:

Neues Volksblatt, Chefredaktion
Tel.: 0732/7606 DW 782
politik@volksblatt.at
http://www.volksblatt.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NVB0001