WKÖ-Gleitsmann: Monitoringbericht der Pensionskommission zeigt dringenden Handlungsbedarf

Bereits zum zweiten Mal wurde die Zielsetzung beim Pensionsantrittsalter nicht erreicht

Wien (OTS/PWK726) - Die Kommission zur langfristigen Pensionssicherung hat in ihrer heutigen Sitzung den Monitoringbericht 2013 über das effektive Pensionsantrittsalter zur Kenntnis genommen. Der Bericht zeigt neuerlich dringenden Handlungsbedarf, da der von der Kommission beschlossene Referenzpfad des Zielpensionsantrittsalters nach 2011 im Jahr 2012 zum zweiten Mal in Folge nicht erreicht wurde. Das durchschnittliche Pensionsantrittsalter betrug 2012 in Österreich 58,4 Jahre. Die Abweichung macht damit 0,6 Jahre vom Referenzwert von 59 Jahren aus und stellt somit eine deutliche Zielverfehlung dar.

"Der Bericht zeigt, dass es trotz der in den letzten Jahren beschlossenen Maßnahmen im Pensionsbereich - wie etwa der Reform der Invaliditätspension - weiterer Schritte bedarf. Damit die politische Zielsetzung, das effektive Pensionsantrittsalter im Jahr 2020 um drei bis vier Jahre zu erhöhen, erreicht werden kann, muss die Kommission rasch zusätzliche Maßnahmen diskutieren. Dies entspricht auch einem 2011 gefassten Beschluss der Pensionskommission" so Martin Gleitsmann, Leiter der Abteilung Sozialpolitik und Gesundheit der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Frühestmöglich in Pension
Darüber hinaus zeigt der Bericht, dass ÖsterreicherInnen grundsätzlich zum frühestmöglichen Zeitpunkt in Pension gehen. 88% aller Alterspensionisten gehen zum frühestmöglichen Zeitpunkt in Pension, lediglich 7% gehen 13 Monate oder mehr Monate später in Pension. "Dieser Befund verdeutlicht, dass wirksame Anreize notwendig sind, damit Menschen länger im Erwerbsleben verbleiben. Unerfreulich ist zudem, dass 57% der Neuzuerkennungen Frühpensionen sind", hält Gleitsmann fest.

Schließlich heißt es im Monitoringbericht 2013 neuerlich, dass das faktische vom gesetzlichen Pensionsantrittsalter abhängt. "Damit wird das Argument, wonach zunächst das faktische Antrittsalter an das gesetzliche herangeführt werden muss relativiert. Wie in vielen anderen Ländern hätte ein höheres gesetzliches Pensionsantrittsalter auch in Österreich eine positive Auswirkung auf das tatsächliche Antrittsalter. Vor dem Hintergrund einer seit Jahrzehnten stetig steigenden Lebenserwartung muss auch diesbezüglich eine ernsthafte Diskussion stattfinden" so Gleitsmann. (PM)

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