BUNDESJUGENDVERTRETUNG: Armutsspirale für Kinder durchbrechen!

Die BJV fordert die künftige Bundesregierung auf, Kinderarmut in den Mittelpunkt zu stellen und Maßnahmen zur Prävention und zur akuten Unterstützung umzusetzen.

Wien (OTS) - Die Bundesjugendvertretung (BJV) weist anlässlich der neuen Studie zu Kinderarmut darauf hin, dass Kindern gemäß UNO-Kinderrechtskonvention gute Versorgung als Recht zusteht. Dass dieses Recht in Österreich, einem der reichsten Länder der Erde, nicht allen gleichermaßen zukommt, stellt für die BJV ein gesamtgesellschaftliches Problem dar.
"Österreich hat die UNO-Kinderrechtskonvention 1992 unterzeichnet. Der Staat muss seinen Verpflichtungen gegenüber Kindern auch nachkommen", betont BJV-Vorsitzende Laura Schoch.
Das heißt für die BJV: "Arme Kinder von heute sind arme Erwachsene von morgen - diese Spirale muss durchbrochen und jungen Menschen Perspektiven geboten werden", so Schoch.

Alarmierende Zahlen

Die aktuellen Zahlen sind für die BJV alarmierend und zeigen dringenden Handlungsbedarf auf, wie Schoch erklärt: "Kinder sind in überdurchschnittlichem Ausmaß von Armut bedroht oder betroffen: 15% sind armutsgefährdet und 19% von Ausgrenzung betroffen. Dadurch haben sie mit Einschnitten in vielen Lebensbereichen, wie Gesundheit, Wohnen, Bildung, Teilhabe oder Freizeit, zu kämpfen und wesentliche Chancen bleiben ihnen von Vornherein verwehrt."

Maßnahmen gefordert

Prävention und Bekämpfung von Kinder- und Jugendarmut betreffen unterschiedliche Politikbereiche und Handlungsfelder, wie die BJV aufzeigt. Einerseits muss im Bildungsbereich angesetzt werden: "Durch flächendeckende Einführung einer gemeinsamen Schule der 10- bis 15-jährigen kann einer frühzeitigen Selektion im Bildungsbereich entgegen gewirkt werden, bei der bereits viele Kinder zurückgelassen werden", so Schoch. Gleichzeitig brauche es Maßnahmen am Arbeitsmarkt und den Ausbau von Kinderbetreuungseinrichtungen. Ebenso müssten der Zugang zur Mindestsicherung mit gleichen Standards flächendeckend und niederschwellig ermöglicht werden, wie die Vorsitzende betont: "Es darf nicht sein, dass Menschen, die auf Sozialleistungen angewiesen sind, diese aus Angst vor Diskriminierung nicht abholen oder es für Kinder je nach Bundesland unterschiedliche Zuschläge gibt!"

Initiative der Bundesregierung

Die BJV setzt sich dafür ein, dass Kinder- und Jugendarmut langfristig und strukturell bekämpft wird - gleichzeitig braucht es sofort wirksame Lösungsansätze, beispielsweise mehr Raum für Kinder und Jugendliche zur (nicht-kommerziellen) Freizeitgestaltung.
Von der neuen Regierung ist jetzt eine Initiative gefordert, die Kinderarmut in den Mittelpunkt stellt und unter Einbeziehung der BJV und anderen ExpertInnen dagegen vorgeht: "Mit den richtigen Maßnahmen können Armutsspiralen durchbrochen werden. Dazu müssen politische Scheuklappen abgelegt und Geld in die Hand genommen werden. Hier den Sparstift anzusetzen, wäre kurzsichtig und fatal", so Schoch abschließend.

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