Weidenholzer: Kinderarmut muss auch in Europa stärker zum Thema werden

"Mehr Forschung aus der Sicht der Kinder ist nötig"

Wien (OTS) - Heute findet die Fachtagung der Volkshilfe Österreich "Aufwachsen in Armut - Kinderarmut in Österreich - Befunde und Auswege" im Museumsquartier in Wien statt. Dabei wurde die neue Studie zum Thema Kinderarmut in Österreich, die gemeinsam mit der Sozialökonomischen Forschungsstelle SFS durchgeführt wurde, vom Geschäftsführer der Volkshilfe Österreich Erich Fenninger einem Fachpublikum vorgestellt. In einer kritischen Bestandsaufnahme wurde die aktuelle Forschungslage zusammengefasst, die Ergebnisse durch Interviews mit "PraktikerInnen" aus diversen Jugendämtern ergänzt.

Der Präsident der Volkshilfe Österreich und MEP Univ.-Prof. Dr. Josef Weidenholzer weist darauf hin, "dass die Anregung der Studie, mehr Forschung im Armutsbereich aus der Sicht der Kinder anzuregen, sehr sinnvoll ist. Gemeinsam mit der interessanten Langzeitstudie von Gerda Holz aus Deutschland, die ebenfalls heute im Rahmen der Fachtagung präsentiert wurde, sind das sehr interessante Ansätze.

Ich werde mich dafür einsetzen, dass wir auch in einer länderübergreifenden europäischen Studie das mehrdimensionale Geschehen von Kinderarmut und die langfristigen Auswirkungen auf der Heranwachsen von Kindern und Jugendlichen untersuchen." Sozialminister Rudolf Hundstorfer hielt ein viel beachtetes Referat bei der Fachtagung und "begrüßt alle Initiativen, die uns die komplexe Materie Kinderarmut besser verstehen lassen. Wir haben in der Vergangenheit schon einige Initiativen gesetzt, der Austausch mit der Fachwelt ist mir aber immer besonders wichtig, um weitere Weichenstellungen vornehmen zu können."

In der Studie der Volkshilfe Österreich wird deutlich, dass Kinder und Jugendliche in der österreichischen Sozialberichterstattung kaum als Subjekte, wie in der UN-Kinderrechtskonvention gefordert, wahrgenommen werden. Und es wird darauf hingewiesen, dass Kinderarmut ein sehr komplexes und mehrdimensionales Geschehen ist. Zumindest fünf Dimensionen wie materielle Versorgung, kognitive Entwicklung soziale Kompetenzen und physische und psychische Gesundheit müssen berücksichtigt werden. Die Reduktion auf Geldarmut der Eltern greift viel zu kurz.

Auch ein europäischer Vergleich der Armutsgefährdungsquote der Kinder und Jugendlichen bis einschließlich 17 ist in der Studie enthalten. Sie ist in Österreich mit 15,4% höher als die der Gesamtbevölkerung (13%). Mit einer Armutsgefährdungsquote von 15,4% in 2011, die 234.000 von Armut gefährdeten Kindern und Jugendlichen bis 17 entspricht, liegt die Quote wie bei den Erwachsenen deutlich unter dem EU-Durchschnitt (20,5%); jedoch hinter Ländern wie Norwegen (knapp unter 10%) Dänemark (knapp über 10%), Schweden, Zypern, Slowenien und der tschechischen Republik.

Alle Infos zur Fachtagung und download der neuen Studie:
www.volkshilfe.at/kinderarmut

Volkshilfe Präsident Weidenholzer abschließend:" Den heutigen Tag gegen Armut nehmen viele AktivistInnen zum Anlass und machen daraus den Volkshilfe Aktionstag. In zahlreichen Veranstaltungen in ganz Österreich werden Infomaterialien verteilt, Spenden gesammelt und so auf das Thema Kinderarmut aufmerksam gemacht. Das macht mich immer besonders stolz."

Alle Infos unter www.volkshilfe.at/aktionstag

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