Tagesmütter wichtiger Faktor in der Kinderbetreuung in der Steiermark

Morgen Enquete "Tagesmutter - auf dem Prüfstand der Forschung" in Graz

Wien (OTS) - In Österreich und auch in der Steiermark muss die Kinderbetreuung ausgebaut werden. Neben Kinderkrippen und Kindergärten stellen die Tagesmütter einen wichtigen Teil der Kinderbetreuung in der Steiermark dar. 3.400 Kinder (1.600 davon unter 2 Jahren) wurden 2012 durch Tagesmütter betreut.

Insbesondere bei der Betreuung von unter-3-jährigen Kindern hat die Steiermark einen hohen Nachholbedarf. Ein Vergleich zwischen 10 steirischen Städten erbrachte eine Versorgungsquote von im Durchschnitt 7,7%.

Ein weiterer Ausbau ist unbedingt notwendig; dieser ist vor allem durch Tagesmütter ökonomisch, pädagogisch und bedarfsorientiert sinnvoll zu erreichen.

Ökonomisch: eine Ganztagesbetreuung durch eine Tagesmutter kostet monatlich EUR 970,-- . Die Betriebsausgaben eines Kinderkrippenplatzes betragen zwischen EUR 1.050,-- und EUR 1.400,--. Dies bedeutet, dass die Tagesmütter dem Land Steiermark heute schon bei der Betreuung der unter 3 Jährigen jährlich zwischen EUR 1,5 Mio und 8 Mio an Kosten sparen helfen.

Pädagogisch: Studien belegen, dass gerade kleine Kinder sich in familiennahen, kleinen Gruppen besonders wohlfühlen und sich aufgrund der engen Bindung zur Tagesmutter besonders gut entwickeln. Prof. DDr. Lieselotte Ahnert: "Unsere Studien zeigen, dass in den drei Themenfeldern Anregung, Geborgenheit und Struktur, nach denen die Qualität der Betreuung gemessen wird, die Tagesmütter besser abschnitten als die Krippen."

Bedarfsorientiert: Eltern und Gemeinden profitieren von den flexiblen Öffnungszeiten einer Tagesmutter, welche sich an die jeweiligen Arbeitszeiten der Eltern anpassen kann. Tagesmütter/-väter können zwischen 6 Uhr und 20 Uhr Kinder betreuen.

Deutschland hatte den Mut das Recht auf einen Kinderbetreuungsplatz abzusichern. Um den Ausbau der Kinderbetreuung bewältigen zu können, wurden 30% der Kinderbetreuungsplätze an die Tagesmutter übertragen. Dies für die Steiermark zu erreichen, wäre ein wichtiges und richtiges Ziel.

Um die Kinderbetreuung über Tagesmütter abzusichern, muss auch die soziale Situation der einzelnen Tagesmutter abgesichert werden. Tagesmütter sind in der Steiermark zwar angestellt, haben aber keine Garantie auf ein fixes und regelmäßiges Einkommen.

Ein Modell für ein gesichertes Einkommen ist fertig ausgearbeitet aber politisch noch nicht beschlossen: "Wir hoffen auf Rückenwind durch die Öffentliche Hand", sagt Gerald Mussnig, Geschäftsführer von Hilfswerk Steiermark "Die Öffentliche Hand könnte mit geringen Investitionen in die Tagesmutterbetreuung viel mehr Betreuungsplätze schaffen. Es lohnt sich also für alle, der Kinderbetreuung durch Tagesmütter eine faire Chance zu geben", so Mussnig abschließend.

Das Hilfswerk Steiermark veranstaltet am 18.10.2013 von 13:30 bis 16:30 Uhr die Enquete "Tagesmutter - auf dem Prüfstand der Forschung" im Steiermarkhof, Krottendorfstraße 81, 8052 Graz. Hauptreferentin ist Univ.-Prof. DDr. Lieselotte Ahnert, Professorin für Entwicklungspsychologie an der Fakultät für Psychologie der Universität Wien.

Kontakt / Anmeldung: Hilfswerk Steiermark, Tel: 0316 813181-4038, ingrid.absenger@hilfswerk-steiermark.at. Die Teilnahme ist kostenlos.

Rückfragen & Kontakt:

Hilfswerk Steiermark, Landesgeschäftsstelle
Angelika Rosenberger, Tel.: 0664-80785-8805
angelika.rosenberger@steiermark-hilfswerk.at
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