"Armut ist weiblich" - GPA-djp-Fetik fordert Mindestgehalt von 1.500 Euro

Angebot an Vollzeitbeschäftigung und Sachleistungen ausbauen

Wien (OTS/ÖGB) - "Armut hat leider viele Facetten, aber sie ist vor allem weiblich, das zeigen die Fakten und es bestätigt die Notwendigkeit aller unserer Gleichstellungsbemühungen", erinnert Ilse Fetik, Frauenvorsitzende der Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp) am heutigen Internationalen Tag für die Beseitigung der Armut an die Forderung nach einem kollektivvertraglichen Mindestgehalt von 1.500 Euro, wie das aktuell beispielsweise bei den Kollektivvertragsverhandlungen für die Beschäftigten im Handel Thema ist: "1.500 Euro brutto sind rund 1.150 Euro netto, viele Alleinerzieherinnen verdienen also nicht einmal so viel, um über die Runden zu kommen. Wir haben diese Forderung schon in vielen Branchen umgesetzt, werden aber nicht eher lockerlassen, bis sie branchenübergreifend durchgesetzt ist!"

In diesem Sinne müsse auch das Angebot an Vollzeitarbeitsstellen ausgebaut werden, um echte Wahlfreiheit zu ermöglichen, so Fetik, die weitere Handlungsfelder skizziert: "Eine wichtige Voraussetzung, um berufstätig sein zu können, ist und bleibt die Kinderbetreuung. Hier braucht es flächendeckend ausreichend leistbare Plätze, dasselbe gilt auch für die Pflege. Frauen verdienen weniger als Männer, leisten aber den Löwenanteil in der Pflege Angehöriger, ohne dafür entlohnt zu werden. Diese Belastung macht die Berufstätigkeit oft unmöglich." Generell mache auch der Ausbau von Sachleistungen Sinn, um den Anstieg der Armut zu bekämpfen: "Menschen mit niedrigen Einkommen profitieren mehr davon als von der Forcierung von Geldleistungen, die tendenziell eher BesserverdienerInnen zugute kommt."

Eine Absage erteilt Fetik einmal mehr der vorzeitigen Erhöhung des Frauenpensionsalters: "Schon jetzt geht ein Großteil der Frauen aus der Arbeitslosigkeit in die Pension. Es braucht also wirksame Maßnahmen, damit Frauen und auch Männer gesund und länger in Beschäftigung bleiben, von der sie leben können und die sie vor Altersarmut schützt!"

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