Neue Agrar-Förderpläne gefährden Österreichs Almen und Wiesen

BirdLife fordert von der neuen Bundesregierung die geplanten Betriebskürzungen der EU-Mittel zurückzunehmen

Wien (OTS) - Österreichs artenreiche Wiesen und Almen drohen noch mehr unter die Räder zu kommen. Das auf EU Ebene gekürzte Agrarbudget sollen nun vor allem die Bewirtschafter naturnaher Wiesen zu spüren bekommen: BM Niki Berlakovich plant die Betriebsprämie für einmähdige Wiesen, Almen und Hutweiden um 75% zu kürzen.

"Künftig erhält also ein Landwirt für einen Hektar leicht bewirtschaftbare und mit Gülle überdüngte Fettwiesen 294 Euro Direktzahlungen. Gleichzeitig wird ein Landwirt für die weniger ertragreiche, naturnahe Blumenwiese oder Alm mit 73,50 Euro abgestraft", so Gerald Pfiffinger, Geschäftsführer von BirdLife Österreich.

Die negativen Folgen für den Vogel - und Naturschutz wären dramatisch: Nachdem die naturnahe Wiesenpflege auf rein freiwilligen Vereinbarungen basiert, ist mit einer Welle von Vertragskündigungen ab 2014 zu rechnen. Es liegt nahe, dass die Landwirte aus finanziellen Gründen ihre bisher ökologisch wertvollen Wiesen in Güllewiesen oder Äcker umwandeln und die Bewirtschaftung von Steilhangwiesen und Almen ganz aufgeben.

BirdLife sieht damit einhergehend auch die Brutplätze seltener Wiesenvögel, wie Brachvogel, Uferschnepfe oder Braunkehlchen bundesweit gefährdet. Ganz zu schweigen von einer erfolgreichen Umsetzung des Natura 2000 Netzwerkes und der von der EU von Österreich eingeforderten Ausdehnung der Naturschutz- Gebiete.

"Almbauern und Kleinbetriebe, die erfahrungsgemäß mehr spät gemähte Wiesen pflegen und damit das Brüten von Wiesenvögeln erst ermöglichen, werden für die Erhaltung unserer letzten Naturjuwele wie Orchideenwiesen und seltene Vogelarten, bestraft", sagt Pfiffinger. "Große, tendenziell stärker umweltbelastende Betriebe, wie Viehmastbetriebe oder Maisbauern werden mit dieser Regelung sogar noch belohnt."

BirdLife Österreich fordert die jetzt für den Bereich Landwirtschaft zuständigen Regierungsverhandler BM Rudolf Hundstorfer und Dr. Christoph Leitl dringend auf, die derzeit geplante und zweifellos naturschädigende Betriebsprämienkürzung für einmähdige Wiesen und Almen zurück zu nehmen. Für Österreichs Schutzgebiete und die Natur in den Alpen ist die Partnerschaft der konsequent naturnah wirtschaftenden Landwirte unverzichtbar.

"Eine derart umweltfeindliche Betriebsprämienkürzung würde zu einem Desaster des Naturschutzes in Österreich führen. Artenreiche Wiesen und Almen dürfen fördertechnisch nicht schlechter behandelt werden als Güllewiesen", betont Gerald Pfiffinger, Geschäftsführer von BirdLife Österreich.

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