Androsch: 75 Prozent der BMS-BezieherInnen sind sogenannte "Aufstocker"

Anrechnung der Familienbeihilfe diskriminiert Menschen mit Behinderungen

St. Pölten, (OTS/SPI) - Die soziale Balance ist in den letzten Jahren aus den Fugen geraten, auch in Niederösterreich. Zwar liegt Niederösterreich bei den verschiedenen Vergleichszahlen noch besser als andere Regionen in Österreich, jedoch kommen auch hier immer mehr Personen trotz Erwerbstätigkeit in Situationen, die sie finanziell alleine nicht mehr bewältigen können. So mussten zuletzt etwas über 19.000 Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher die Bedarfsorientierte Mindestsicherung (BMS) in Anspruch nehmen. "Dass es sich dabei um keine soziale Hängematte handelt, sondern um eine wichtige Sozialleistung zum Schutz vor Armut zeigen jüngste Erhebungen deutlich. An die 75 % der Bezieherinnen und Bezieher sind in Niederösterreich sogenannte 'Aufstocker', also Personen, die mit ihrem Einkommen ihren Lebensunterhalt bzw. den ihrer Angehörigen nicht ausreichend decken können. Bloß rund 25 % leben von der BMS alleine, unter ihnen viele, die dadurch eine Chance zurück ins Arbeitsleben erhalten", weist NÖ Soziallandesrat Ing. Maurice Androsch anlässlich des morgigen Tages gegen die Armut auf die Bedeutung der Mindestsicherung als wichtiges Instrument zur Armutsbekämpfung hin.

"Vor allem Menschen mit Behinderungen sind auf ein soziales Netz angewiesen, das funktioniert und sie vor Armut schützt. Offenkundige finanzielle Benachteiligungen und Diskriminierungen, wie derzeit innerhalb der Mindestsicherung durch die Anrechnung der Familienbeihilfe, widersprechen dem Sinn und Zweck dieser Sozialleistung. Bleibt zu hoffen, dass die anstehenden Gespräche mit den Finanzierungspartnern und auch den Interessensvertretungen rasch eine Lösung in dieser Sache bringen und für die Betroffenen eine Verbesserung umgesetzt werden kann", so Androsch.

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