Inakzeptable ÖBB-Verschlechterungen für Familien und StammkundInnen

Grüne Kritik an drastischer Verteuerung der Vorteilscard und "verstecktem Abkassieren": "Bures in der Verantwortung!"

Wien (OTS) - Die "Vorteilscard Familie" der ÖBB soll drastisch verteuert werden, warnen heute die Grünen. Derzeit kostet die 19,90 Euro und gilt für eine Familie. Das heißt Kinder fahren kostenlos, Erwachsene zum halben Preis. In Zukunft muss jedes erwachsene Familienmitglied eine Vorteilscard lösen um dieselben Vergünstigungen zu genießen. Das heißt dann: zweimal 99,90 zahlen: "Damit werden Familien wieder verstärkt zum Auto wechseln und die ÖBB KundInnen verlieren. Dies ist angesichts einer nötigen Verkehrswende in Richtung Öffis und der erforderlichen Energieeffzienz-Ziele eine völlig kontraproduktive Tarifverschlechterung", so die Grüne Infrastruktursprecherin NAbg. Gabriela Moser.

Außerdem optimieren die ÖBB seit einiger Zeit stufenweise ihre Tariflandschaft. Was die ÖBB wörtlich als "Vereinfachung" anpreist, "erweist sich aber ein ums andere Mal als verstecktes Abkassieren bei StammkundInnen des Öffentlichen Verkehrs", so Moser: "Schon beim ersten großen Reformschritt am 1. Juli 2012 wurden StammkundInnen gezielt schlechter gestellt, etwa durch Abschaffung des Minimax-Tarifs. Nun folgte der nächste Schritt: Mit der Tarifreform der ÖBB vom 1.7.2013 wurde einseitig verschlechternd in die Nutzung von Verkehrsverbund-Karten bei ÖBB-Fahrten über die Grenze des Verkehrsverbunds eingegriffen. Beruhte die Tarifberechnung früher auf der Strecke, so wurde nun auf den Halt umgestellt. Galt früher also eine vorhandene Strecken- oder Netzkarte (Monatskarte, Jahreskarte, ...) im vollen räumlichen Geltungsbereich, so gilt sie nun nur mehr bis zum letzten Halt des benützten Zuges im Geltungsbereich. Das heißt die Fahrgäste müssen für die Strecke vom letzten Halt zur Geltungsgrenze ihrer Verbund-Karte (Landesgrenze) nochmals zahlen, obwohl sie bereits über ein Ticket verfügen!"

Ein Beispiel:
Die Fahrt Wien-Graz, Jahreskarte Wien - Payerbach-Reichenau vorhanden: Früher war ein Ticket Payerbach-Reichenau nach Graz zu lösen, nun ein Ticket Wiener Neustadt-Graz, weil Fernverkehrszüge innerhalb des Verkehrsverbund-Gebiets zuletzt in Wiener Neustadt halten.
Aus der Obersteiermark, zum Beispiel aus Bruck an der Mur, nach Wien zu fahren, kann sich ebenfalls empfindlich verteuern: Inhaber einer steiermarkweiten Verbundkarte mussten bis Jahresmitte erst ab Semmering zahlen, nun - weil der Schnellzug nach dem Abfahrtsort erst in Wiener Neustadt wieder hält - ab dem Ausgangspunkt. Kostenpunkt 6,20 Euro (30%!!) mehr pro Fahrt!

"Zu dieser Änderung gab es - vorab - keinerlei öffentliche Information!", kritisiert Moser und sieht die zuständige Ministerin Bures als Eigentümervertreterin in der Verantwortung: "Bures darf solche schleichenden Verteuerungen für Familien und StammkundInnen der ÖBB nicht akzeptieren!"

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Bernd Pekari, Tel.: +43-67686665930
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