Fachhochschul-Konferenz (FHK) fordert mehr Dynamik, mehr Verbindlichkeit und mehr Nachhaltigkeit

FHK präsentiert zentrale Empfehlungen und Forderungen an eine künftige Bundesregierung

Wien (OTS) - Bei der Pressekonferenz der FHK am Montag den 7. Oktober fand Präsident Dr. Helmut Holzinger deutliche Worte für die derzeitige Finanzierungssituation der Fachhochschulen. Aufgrund von zu wenigen Studienplätzen muss derzeit jeder dritte Bewerber abgewiesen werden. Jährlich sind dies rund 35.000 Personen. "Die Fachhochschulen bekommen das Lob, die Universitäten das Geld", so Holzinger in seinen Ausführungen. Erstmals in der Geschichte des Fachhochschulsektors gibt es keinen "FH-Entwicklungs- und Finanzierungsplan" und damit kein Planungsdokument, auf das sich die Fachhochschulen verlassen können. Die Vorhaben der Politik, den Sektor in den nächsten Jahren auszubauen sowie die Fördersätze der Studienplatzfinanzierung zu valorisieren, sind damit bis dato nicht schriftlich niedergelegt. Im Sinne einer "Good Governance" stellt die FHK daher 3 Empfehlungen und 2 Forderungen ins Zentrum:

Empfehlungen

1. Wachstumsstrategie stringent umsetzen

Vom Nationalrat wurde mittels Beschluss das Ziel vorgegeben, 2% des BIP für den tertiären Bildungsbereich aufzuwenden. Darüber hinaus geht aus der FTI-Strategie des Bundes hervor, dass bis 2020 eine Forschungsquote von 3,76% des BIP erreicht werden soll.
Die gesamte neue Bundesregierung ist in der Pflicht, diese Zielvorgaben ins Zentrum des politischen Handelns zu stellen, nur so kann Österreich als Wissenschaftsstandort an Bedeutung gewinnen. Es ist dringend ein verbindlicher finanzieller Pfad festzulegen, wie die Ziele umgesetzt werden können.

2. Hochschulkonferenz fortführen

Die Einrichtung der Hochschulkonferenz ist aus Sicht der FHK ein hochschulpolitischer Meilenstein. Mit der Hochschulkonferenz wurde erstmals ein Gremium geschaffen, in dem die zentralen Stakeholder des Hochschulbereichs gemeinsam mit dem Wissenschaftsministerium in einen Austausch treten können. Die FHK spricht sich im Sinne der Bedeutung eines sektorenübergreifenden Dialogs für die Fortführung dieses Gremiums aus.

3. Doktoratsstudien österreichweit umfassend weiterentwickeln

Doktoratsstudien zählen zu den wichtigsten Elementen zum Aufbau von Forschungskapazität, zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und zur Zusammenarbeit mit der Wirtschaft im Bereich wissenschaftlicher Kooperationen. Die Durchführung von Doktoraten an Fachhochschulen, ihre Verankerung in der österreichischen Hochschullandschaft und ihre Berührungspunkte zu den bestehenden Universitäten bedürfen einer rechtlichen Grundlage.

Forderungen

1. Ausbauplan für mehr FH-Studienplätze und Valorisierung umgehend beschließen

Die FHK fordert dringend, einen neuen Entwicklungs- und Finanzierungsplan für die Dauer von 5 Jahren zu erstellen. Dieser soll in Zukunft eine rechtliche Bindung erfahren (Gesetz oder Verordnung). In diesem Planungsdokument müssen die Vorhaben laut Ministerratsbeschluss vom 13. August 2013, nämlich ein dynamisches Wachstum des Fachhochschul-Sektors ab dem Jahr 2015 sowie eine Abdeckung des bisherigen Inflationsverlustes ab dem Jahr 2014 für die Studienplatzförderung, einfließen und in der Folge umgehend umgesetzt werden.

1.1 Ausbau der FH-Studienplätze

In einem neuen Ausbauplan muss eine klare Wachstumsperspektive enthalten sein. Bis zum Studienjahr 2019/20 soll der Fachhochschul-Sektor über 19% der Studierenden verfügen (Ausbau um 1.350 Studienplätze pro Jahr ab dem Studienjahr 2015/16).

1.2 Wertsicherung der Bundesförderung

Zum Ausgleich des realen Wertverlusts und zur Absicherung der qualitativen Standards hat eine jährliche Valorisierung der Bundesförderung zu erfolgen. Die letzte Teilvalorisierung erfolgte 2009. Von 2009 bis 2014 ergibt sich ein realer Wertverlust von 11,8%.

2. Forschung nachhaltig finanzieren

Die anwendungsbezogene Forschungsleistung der Fachhochschulen muss ergänzend zur kompetitiven Projektförderung nachhaltig finanziert werden, um einen langfristigen Kompetenzaufbau zu ermöglichen. Andernfalls können die Fachhochschulen ihrem gesetzlichen Auftrag nicht nachkommen. Den Fachhochschulen wird vorgegeben, angewandte Forschung nachhaltig, zielgerichtet und nutzenstiftend für Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft und den gemeinsamen Standort Österreich durchzuführen.
Eine nachhaltige Finanzierung der FH-Forschung ist notwendig, damit erfolgreiche Forschungslinien weitergeführt, der wissenschaftliche Nachwuchs gefördert und ihr Profil im Bereich Forschung und Entwicklung (Regionalität, Bedarfsorientierung, Anwendungsbezug, Umsetzungsorientierung, Anknüpfung an die Lehre etc.) weiterentwickelt werden kann.

Eine ausführliche Presseunterlage finden Sie auf der FHK-Homepage (www.fhk.ac.at) im Bereich "Presse".

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Mag. Kurt Koleznik
Generalsekretär FHK
Tel.: 0664/42 44 294

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