ÖGB-Oberhauser: Mehr Tempo beim Schließen der Einkommensschere

Oberhauser und Schnedl schließen bei "Flashmob" symbolisch die Einkommensschere

Wien (OTS/ÖGB) - "Im Schnitt verdienen Vollzeit arbeitende Frauen in Österreich 2013 um 23,2 Prozent weniger als Männer. Ab 8. Oktober haben Männer bereits jenes Einkommen erreicht, wofür Frauen noch bis Jahresende arbeiten müssen", stellt ÖGB-Bundesfrauenvorsitzende und Vizepräsidentin Sabine Oberhauser anlässlich des Equal-Pay-Day am Dienstag fest. Die ÖGB-Frauen veranstalteten heute österreichweit "Flashmobs" bei denen symbolisch die Einkommensschere geschlossen wurde. In Wien waren es Oberhauser und ÖGB-Vizepräsident Norbert Schnedl.++++

Männer werden bis Jahresende noch durchschnittlich 10.559 Euro verdienen. Zum Vergleich: Im Jahre 2004 verdienten die Frauen um 27,3 Prozent oder 10.480 Euro weniger als Männer. Der Equal Pay Day fiel auf den 23. September. Frauen arbeiteten im Jahre 2004 genau 100 Tage gratis, heuer sind es noch immer 85 Tage. Oberhauser: "Schon beim Berufseinstieg werden Frauen häufig geringer entlohnt als Ihre männlichen Kollegen. Im Lauf des Arbeitslebens nehmen die Nachteile zu. Die Anrechnung von Vordienstzeiten, die Einstufung sowie Zulagensysteme erweisen sich für Frauen häufig als Einkommensfallen . Der Lohnzettel ist als gut gehütetes Geheimnis oft unter KollegInnen ein Tabuthema, wodurch Entgeltdiskriminierungen selten erkannt werden. Das schlägt sich nicht nur im geringeren Einkommen während der Erwerbsarbeit nieder, sondern auch in der Pension und erhöht das Risiko von Altersarmut."

Oberhauser weiter: "Lohn- und Gehaltsgerechtigkeit ist eine Voraussetzung, um die Einkommensentwicklung der Frauen an jene der Männer anzugleichen. Neben umfassenden Maßnahmen am Arbeitsmarkt und auf Unternehmensebene braucht es gesellschaftliche Veränderungen -vom Aufbrechen veralteter Rollenbildern bis zur Arbeitsbewertung. Diskriminierungen müssen betrieblich aufgezeigt, öffentlich thematisiert und sanktioniert werden. Jeder Euro, der Frauen weniger bezahlt wird, hat individuelle und gesamtwirtschaftliche Konsequenz." Die ÖGB-Frauen fordern daher:

O kollektivvertraglicher Mindestlohn bzw. -gehalt von 1.500 Euro
O Verpflichtung zur Einkommensangabe in allen Stelleninseraten
o Weiterentwicklung der Einkommensberichte
o Verankerung von Frauenförderung als erzwingbare Betriebsvereinbarungen
o Nachweisliche betriebliche Frauenförderung als Voraussetzung für die Vergabe bestimmter Unternehmenssubventionen und öffentlicher Aufträge
o Mehr Frauen in Führungspositionen in Unternehmen und Institutionen mit dem Ziel, schrittweise den Frauenanteil der Beschäftigten auch im Management zu repräsentieren.
O Anrechnung der Karenzzeiten auf alle dienstzeitabhängigen Ansprüche(analog Präsents- und Zivildient)
O Höhere Gehälter der Beschäftigten in frauendominierten Branchen, insbesondere im Dienstleistungssektor, im Bereich Gesundheit und Pflege, im Sozialbereich, sowie in allen Bereichen der Bildung.

SERVICE:
Von den "Flashmobs" der ÖGB-Frauen in Wien und den Bundesländer gibt es in Kürze Fotos und Videos unter: www.oegb.at/frauen

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