AK: Pendleraufschlag der Westbahn kostet ArbeitnehmerInnen bis zu über 800 Euro mehr pro Jahr

Zuschlag muss sofort zurückgenommen werden / AK sieht sich in Kritik an Bahnliberalisierung bestätigt

Wien (OTS) - "Die Westbahn muss die Pendleraufschläge für ZeitkartenbesitzerInnen sofort zurücknehmen", sagt AK Präsident Rudi Kaske. Seit 9. September kassiert die Westbahn von jedem und jeder ZeitkartenbesitzerIn pro Fahrt bis zu 3 Euro zusätzlich. Das wäre bei einer täglichen Hin-und Rückfahrt pro Woche 30 Euro mehr oder mit einer Aufpreismonatskarte 69 Euro pro Monat. Auf ein Jahr käme eine BahnpendlerIn auf über 800 Euro mehr. Für Jahreskarten-PendlerInnen aus St. Pölten würde dieser Aufpreis beispielsweise beinahe eine Verdoppelung des Ticketpreises bedeuten. "Das ist eine Anti-PendlerInnen-Preispolitik. So darf man mit den StammkundInnen im Bahnverkehr nicht umgehen", sagt Kaske. "Wir wenden uns grundsätzlich gegen so ein Vorgehen." Kaske sieht in der Preispolitik der Westbahn einen weiteren Beweis dafür, dass ein fairer Bahnverkehr in die öffentliche Hand gehört. "Das ist ein Grund mehr, um mit aller Macht gegen die Liberalisierungsschritte vorzugehen, die derzeit mit dem 4. Eisenbahnpaket für die EU in Brüssel vorbereitet werden."

Die Westbahn hat sich die einzige gewinnbringende Strecke des österreichischen Schienennetzes herausgepickt und zunächst mit Billigpreisen KundInnen geworben. "Das Scheitern dieser Strategie versucht man nun auf dem Rücken der Pendler und Pendlerinnen zu vermeiden", so Kaske.

Gerade vor dem Hintergrund des derzeit in Brüssel diskutierten 4. Eisenbahnpakets, das weitere Liberalisierungsschritte im Eisenbahnmarkt vorsieht, ist diese Preispolitik ein Alarmsignal. Die EU-Kommission plant mit diesem Paket nach dem Fernverkehr nun auch den Nah- und Regionalverkehr auf der Schiene einer völligen Marktöffnung zuzuführen. Die AK setzt sich massiv dagegen ein: "Wir wollen die Probleme, die wir momentan auf der Westbahnstrecke erleben, nicht in ganz Österreich haben", so Kaske.

Die Arbeiterkammern Wien und Niederösterreich schätzen, dass allein unter ihren Mitgliedern mehrere tausend PendlerInnen täglich auf der Strecke zwischen Amstetten und Wien unterwegs sind. Viele von ihnen haben sich bei der AK über die unerwarteten Zuschläge beschwert.

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