FMMI: 2013 kein Jahr für Machtdemonstrationen

Maschinenbauer mahnen Augenmaß und Realitätssinn bei KV-Verhandlungen ein

Wien (OTS) - Der FMMI plädiert angesichts der neuesten WIFO-Zahlen für das erste Halbjahr 2013 auf sachliche KV-Verhandlungen. Die Produktion stagnierte auf niedrigem Niveau, die Auftragseingänge fielen signifikant. Weniger dramatisch ist hingegen die Inflationsentwicklung: Für 2013 werden 2 % prognostiziert, Tendenz weiter fallend.

"Im ersten Halbjahr gingen in unserer Branche um rund 4 % weniger Aufträge ein als im gleichen Zeitraum 2012. Das ist vor allem deshalb bedenklich, weil wir uns nach den massiven Einbrüchen 2008/2009 gerade erst wieder halbwegs erholt hatten", erklärt FMMI-Obmann Christian Knill die Sorgen der Branche. "Da unsere Unternehmen die ganze Zeit über ihren hohen Belegschaftsstand gehalten haben und die Preise gleichzeitig gefallen sind, sind die finanziellen Spielräume der meisten jetzt ausgereizt", fügt er hinzu.

Verärgert ist Knill über die Mär, dass die Eigentümer 'sich schon an den Gewinnen bedient' hätten. Denn diese seien im Sinken. "Wir sind zum größten Teil eine mittelständische Branche mit über 80 % Familienunternehmen, die sehr langfristig denken und auf ihre Kapitalisierung schauen, damit sie in die Zukunft investieren können." Der immer härter werdende Preiskampf im internationalen Wettbewerb, hohe Lohn-, Energie- und sonstige Kosten in Österreich ließen immer weniger Spielraum für Investitionen, insbesondere in F&E. Damit drohe der Branche der Verlust der Innovationskraft, also ihres wichtigsten Wettbewerbsvorteils gegenüber Billiglohnländern.

Im Hinblick auf die weiteren KV-Verhandlungsrunden mit den Gewerkschaften und die angekündigte Prozentsatzforderung stellt Knill deshalb noch einmal klar: "Wir sind eine Branche, die überdurchschnittlich gut zahlt. Und jetzt ist nicht die Zeit für überzogene Tariferhöhungen und begleitende Stimmungsmache mit Horrorszenarien, die weder die Unternehmer wollen noch das Arbeitszeitgesetz zuließe. Wir wollen uns mit den Gewerkschaftern an den Tisch setzen und einen fairen und realistischen KV ausverhandeln, der die Zukunft der Betriebe und die Arbeitsplätze sichert und den Menschen ein gutes Leben ermöglicht. So verstehe ich gemeinsame Verantwortung." Aus seiner Sicht sei die mit +13,8 % im September erschreckend hohe Arbeitslosenrate in Österreich ein weiterer Beweis, dass man mit Augenmaß verhandeln müsse.

Als erfreulich bewertet der Fachverband die Inflationsentwicklung. Der Verbraucherpreisindex ist seit Monaten im Sinken begriffen, betrug im August schon nur mehr 1,8 %. In diesem Zusammenhang erläutert Knill, warum die Arbeitgeber bei den KV-Verhandlungen von einem niedrigeren Inflationswert ausgehen als die Gewerkschaften: Der Verbraucherpreisindex sinke seit Monaten und habe laut WIFO weiterhin fallende Tendenz. Die durchgerechnete Inflation des vergangenen Jahres, auf die sich die Gewerkschaften berufen, sei mit den KV-Erhöhungen von 2012/2013 bereits großzügig ausgeglichen worden, jetzt verhandle man für die Zukunft. Gleichzeitig mahnen sinkende Auftragseingänge zur Vorsicht. "Die Inflation ist eigentlich eine Kennziffer aus der Volkswirtschaft. Warum allein die Unternehmen -die ja meistens auch darunter leiden - dafür verantwortlich sein sollen, dass den Menschen mehr im Börsel übrig bleibt, ist deshalb nur schwer nachvollziehbar. Trotzdem ist es natürlich erfreulich, wenn die Inflation nicht zu viel von den Löhnen und Gehältern auffrisst. Da sie laut WIFO 2014 noch weiter sinken wird, sollte das bei den Arbeitnehmervertretern für Entspannung sorgen."

Weitere Stellungnahmen zu Vorwürfen der Gewerkschaften zum Thema Arbeitszeit:

http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20131003_OTS0010

Der Fachverband der MASCHINEN & METALLWAREN Industrie ist die gesamtösterreichische Vertretung aller Unternehmen aus den Industriezweigen Maschinenbau, Anlagenbau, Stahlbau und Metallwaren, die im Jahr 2012 gemeinsam einen Produktionswert von 34,6 Milliarden Euro erwirtschafteten. Die mittelständisch strukturierte Branche stellt mit über 1.200 Unternehmen und rund 120.000 Beschäftigten das Rückgrat der industriellen Beschäftigung in Österreich dar. Oberstes Ziel des Fachverbandes ist die Mitwirkung an der Gestaltung von maßgeblichen rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, um den erfolgreichen Fortbestand der Unternehmen der Maschinen- und Metallwarenbranche im internationalen Wettbewerb und Arbeitsplätze zu sichern.

Rückfragen & Kontakt:

Dr. Hans-Paul Nosko
Fachverband MASCHINEN & METALLWAREN Industrie
Wiedner Hauptstraße 63, A-1045 Wien
Telefon +43 (0)5 90 900-3459
Mobil +43 (0)699 150 105 33
Fax +43 (0)1 505 10 20
E-Mail nosko@fmmi.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | FMM0001