Drama vor Lampedusa: Europas Flüchtlingspolitik hat versagt

Das Don Bosco Flüchtlingswerk ist bestürzt über das Flüchtlingsdrama, bei dem bis zu 300 Menschen, darunter zahlreiche Kinder und Jugendliche, ums Leben kamen.

Wien (OTS) - "Die toten Menschen sind eine Schande für ganz Europa -auch für Österreich. Das Mittelmeer ist zu einem anonymen Friedhof mit über 20.000 Toten geworden. Unsere Politik - und damit wir Alle -verschulden diese menschliche Katastrophe mitten im europäischen Kulturraum," so Floridus Kaiser, Geschäftsführer des Don Bosco Flüchtlingswerkes. "Wir dürfen die Schuld nicht ausschließlich auf der Europäischen Ebene suchen, sondern dort selbst Verantwortung übernehmen, wo sich jeder Einzelne als handlungsfähig erlebt." Abseits der Tragödien im Mittelmeer feiert sich dieses Jahr die Mittelmeerstadt Marseille und der Kulturraum mit der Eröffnung des "Museum der Zivilisationen Europas und des Mittelmeers" (Musée des Civilisations de l'Europe et de la Meéditerranée, kurz: MuCEM) mit der Galerie de la Méditerranée als europäische Kulturhauptstadt. Dazu Kaiser: "Aufgeklärte Europäer dürfen nicht wegschauen, wenn sich verzweifelte Menschen auf hoher See selbst anzünden! Zivilisation heisst, füreinander da zu sein."

Europäische Solidarität ist notwendig

Jugendliche fliehen vor Gewalt, Krieg, Hunger, Folter, Sklaverei und sexueller Ausbeutung. Viele Frauen und minderjährige Mädchen der Opfer in Lampedusa sind in den Herkunftsländern und Flüchtlingslagern Opfer von Vergewaltigungen geworden. Die Flüchtlinge stammen neben Syrien nach Angaben des Italienischen Flüchtlingsrates (CIR) aus Flüchtlingslagern in Eritrea sowie aus Kenia, Äthiopien und Sudan. "Österreich verhält sich gegenüber den südlichen EU-Partnern Italien, Malta, Griechenland, Zypern und Spanien oder auch Bulgarien unsolidarisch und lässt sie mit den, um Schutz suchenden Menschen, im Stich", sagt Kaiser. In Italien sind dieses Jahr 4000 unbegleitete Jugendliche gelandet und in Griechenland werden traumatisierte Jugendliche von rechtsradikalen Banden gehetzt und der Polizei in Käfige gesperrt.

Chance in Europa Schutz und Schönheit zu finden

Das Don Bosco Flüchtlingswerk fordert die Möglichkeit, legal und sicher in das Gebiet der Europäischen Union flüchten zu können - ohne dabei riskieren zu sterben und erinnert dabei an den Friedensnobelpreis für die Europäische Union. "Österreich soll am Resettlement Programm teilnehmen, bei dem sich vom UNHCR anerkannte Flüchtlinge innerhalb der Europäischen Union niederlassen können. Zusätzlich soll Österreich Asylanträge an Botschaften und Konsulaten aller EU-Staaten weltweit zulassen. Damit sei gewährleistet, dass Flüchtlinge ihr Recht auf einen Asylantrag einbringen können, ohne dabei Tod oder Versklavung durch Menschenhändler zu riskieren", meint Floridus Kaiser. Bislang haben sich AsylwerberInnen physisch innerhalb der Europäischen Union aufhalten müssen, um einen rechtskonformen Antrag stellen zu können.

Mehr sozialpädagogische Einrichtungen in den Bundesländern

"Die Politik stellt sich blind und taub, während Jugendliche mitten unter uns ertrinken, für den Organhandel ermordet werden oder in der Sklaverei enden! Wir schaffen eine verlorene Generation, die wir in die Arme des Extremismus und in den Terror treiben," empört sich Kaiser.

Das Don Bosco Flüchtlingswerk tritt dafür ein, Jugendlichen eine Ausbildung zu ermöglichen, Hoffnung für eine solidarische Gesellschaft zu geben und wiederholt die Bereitschaft, gemeinsam mit Ordensgemeinschaften sozialpädagogisch betreute Unterkünfte für Jugendliche zu schaffen. Dabei zählen wir auf jene SoziallandesrätInnen in den Bundesländer, die sich besonders für Jugendliche engagieren.

Das Don Bosco Flüchtlingswerk ruft dazu auf, die Initiative www.gegen-unmenschlichkeit.at zu unterstützen.

Das Don Bosco Flüchtlingswerk Austria ist eine Initiative der Salesianer Don Boscos, der Don Bosco Schwestern und von "Jugend Eine Welt" mit dem Ziel, sich für unbegleitete junge Flüchtlinge in Österreich einzusetzen. Das Flüchtlingswerk begeht 2013 sein 10-jähriges Jubiläum.

Rückfragen & Kontakt:

Don Bosco Flüchtlingswerk
www.fluechtlingswerk.at
Floridus Kaiser (Geschäftsführer)
Tel.: 0664/824 36 13
eMail: fluechtlingswerk@donbosco.at

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