Neues Volksblatt: "Mit Bedacht" von Dietmar LEITNER

Ausgabe vom 7. Oktober 2013

Linz (OTS) - Die internationale Politik kann nach dem Flüchtlingsdrama vor Lampedusa natürlich nicht zur Tagesordnung übergehen. Dazu sind die menschlichen Dramen und das grundsätzliche gesellschaftspolitische Problem zu groß. Über 300 Tote bzw. Vermisste klagen an und fordern Lösungen ein. Aber ebenso wenig würde es Sinn machen, in diesem emotionalen Moment unüberlegte Maßnahmen zu ergreifen. Denn Schnellschüsse treffen selten den Kern des Problems. Der Vorschlag Frankreichs, das Thema auf die Agenda des EU-Gipfels Ende Oktober zu setzen, ist sicherlich ein erster richtiger Schritt, dem aber sehr schnell Taten folgen müssen. Wichtig ist, dass sich Europa für eine einheitliche Position in der Migrationsfrage entscheidet. Entscheidend bleibt aber: Flüchtlingspolitik darf nicht erst an den Außengrenzen der Europäischen Union beginnen, sondern muss dort ansetzen, wo die Ursachen für die Auswanderungsbewegungen zu finden sind, nämlich in den Herkunftsstaaten der Flüchtlinge selbst. Es müssen Ideen entwickelt und umgesetzt werden, damit die Menschen in diesen Staaten eine Zukunft für sich sehen. Offene Tore nach Europa zu fordern, verlagert höchsten die Probleme, lösen sie aber mit Sicherheit nicht. Aber auch diese Lösung wird heißen, Geld, viel Geld in die Hand zu nehmen - damit Lampedusa nicht mehr passiert und Schleppern die Basis ihrer Verbrechen genommen wird.

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