ORF weist Vorwürfe der Kommerzsender scharf zurück

ORF-Sprecher Biedermann: "Falsche Behauptungen und Diffamierungen werden durch Wiederholung nicht wahrer"

Wien (OTS) - ORF-Konzernsprecher Mag. Martin Biedermann weist die jüngst von VÖP-Vorstandsvorsitzenden Klaus Schweighofer gegen den ORF erhobenen Vorwürfe als unwahr und faktisch falsch zurück. "Entweder wird hier nachhaltig falsch recherchiert oder es werden bewusst Lügen verbreitet - im Ergebnis der öffentlichen Diffamierung macht das keinen Unterschied. Der ORF hat sehr streng begrenzte Werbemöglichkeiten und lukriert deutlich weniger Werbegeld als die Kommerzsender, er kauft weder den gesamten Rechtemarkt leer noch gibt er 18 Millionen Euro für Imagekampagnen aus", stellt Biedermann richtig. Das duale Rundfunksystem in Österreich sei durchaus in einer Schieflage, der Grund dafür sei aber definitiv nicht der ORF: "Die Werbefenster deutscher Kommerzieller ziehen jährlich rund 400 Millionen Euro aus dem kleinen heimischen Werbemarkt ohne irgendeine österreichische Programmleistung ab! Und sie dominieren gemeinsam mit anderen internationalen Anbietern mit einem Marktanteil von rund 65 Prozent auch den Publikumsmarkt! Das ist die Besonderheit und die Schieflage im österreichischen Markt. Der ORF hat eine Marktstellung wie viele andere öffentlich-rechtlichen Sender in Europa auch."

"Beim Vorstoß des VÖP handelt es sich um einen weiteren durchsichtigen Versuch, den ORF als Garanten für die Eigenständigkeit des österreichischen Marktes zu beschädigen. Es ist schade, dass sich die wenigen echten heimischen Privatsender vor den Karren der wirtschaftlichen Interessen internationaler Medienkonzerne in Österreich spannen lassen!", bedauert Biedermann. Der ORF habe seine wirtschaftlichen Hausaufgaben gemacht, 600 Dienstposten abgebaut und rd. 100 Millionen Euro eingespart. Die Möglichkeit zu werben und die Fortsetzung der Refundierung seien für die nachhaltige Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Österreich unerlässlich und bedeuten Investitionen in österreichisches Programm.

"Außerdem muss sich der VÖP entscheiden, ob Pro7, Sat.1, RTL und Co. nun österreichische Sender sind oder nicht", so Biedermann: "In die genannte tägliche Reichweite von 3,7 Millionen Seher/innen sind sie offenbar eingerechnet, bei der Darstellung der Verteilung der Programmlizenzen werden sie aber ausgeklammert! Die Unredlichkeit der Argumentation des VÖP wird hier besonders deutlich!"

Die Fakten zu den falschen VÖP-Behauptungen:

Falsche VÖP-Behauptung: "Der ORF lukriert an die 300 Millionen Euro aus Werbemitteln, soviel wie alle Privatsender zusammen und habe uneingeschränkte Werbemöglichkeiten!"

Faktum ist: Der ORF hatte 2012 210,7 Millionen Werbeerträge aus klassischer Werbung, nicht 300 Millionen. Allein die Werbefenster deutscher Privatsender haben 2012 400 Millionen Euro brutto umgesetzt. Der ORF hat sehr restriktive Werbebeschränkungen in Radio, Fernsehen und Online, die Kommerziellen nahezu keine.

Falsche VÖP-Behauptung: "Der ORF kauft alles an Rechten zusammen, was Reichweiten bringt und teuer ist!"

Faktum ist: Im Sportbereich sind etwa die Champions League, die WM-Qualifikationsspiele auswärts oder Teile der Olympischen Winterspiele 2014 bei Privatsendern zu sehen, wie ja VÖP-Vorstandsvorsitzender Schweighofer sogar einräumt. Im Bereich fiktionaler Einkaufsprogramme, also Filme und Serien, gibt es praktisch kein einziges Programm, das nicht auch auf den laut Schweighofer angeblich "österreichischen" Privatsendern ProSieben Austria, Sat.1 Österreich oder auf den von der IP Österreich vermarkteten Sendern der RTL-Gruppe zu sehen ist. Gleiches gilt für internationale Format-Lizenzen wie "Wer wird Millionär" bis hin zu Sport-Highlights von Formel 1 bis Fußball. Hier müsse sich der VÖP entscheiden, ob diese Sender nun österreichische seien oder nicht, anstatt die eigene Argumentation ins Gegenteil zu verkehren, so Biedermann.

Falsche VÖP-Behauptung: "Der ORF gibt 18 Millionen Euro für Imagekampagnen aus"

Faktum ist: Hier werden offenbar Fokus-Zahlen zugrunde gelegt, also die Berechnung von Brutto-Werbewerten laut Tariflisten. Tatsächlich "ausgegeben" wird vom ORF ein kleiner Bruchteil dieses Betrags. Mehr als drei Viertel des ORF-Werbevolumens beruht auf Gegengeschäften mit anderen Medien. Und mehr als drei Viertel der ORF-Eigenwerbung besteht aus Programm-Kommunikation und nicht aus Image-Werbung.

Falsche VÖP-Behauptung: Der ORF sei für eine "Schieflage" des Marktes in Österreich verantwortlich

Faktum ist: Der ORF hat keine größere Marktmacht als viele andere öffentlich-rechtliche Sender in Europa, nicht die Stärke des ORF ist das Ungewöhnliche am österreichischen TV-Markt, sondern die Tatsache, dass der überwiegende Großteil des Publikumsmarktes von nicht österreichischen Sendern dominiert werden.

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