EU-Parlament stimmt nächste Woche über Flugdienstzeiten ab

Piloten, Kabinenbesatzung und Gewerkschaften fordern Ablehnung

Wien (OTS/ACA Presse) - Nach einer deutlichen Abfuhr im Transportausschuss des EU-Parlaments wird der fehlerhafte Gesetzesvorschlag der EU-Kommission, mit dem die Arbeits- und Ruhezeiten von Piloten und Flugbegleitern europaweit neu geregelt werden sollen, am 9. Oktober im Plenum abgestimmt. Die Parlamentarier müssen in Straßburg entscheiden, ob die in dem Vorschlag enthaltenen Sicherheitslücken offizielle EU-Gesetzgebung werden, und ob Crews in Zukunft nach 22 Stunden ohne Schlaf landen oder 11-12:30 Stunden lang durch die Nacht fliegen dürfen.

"Wir erwarten, dass die Parlamentarier der Empfehlung des Transportausschusses folgen." sagt Capt. Peter Beer, Präsident der Austrian Cockpit Association und Experte für Flugunfalluntersuchung. "Das mit 21:13 Stimmen sehr deutliche Votum im Ausschuss zeigt, dass die Parlamentarier, die ständig für mehr Verkehrssicherheit arbeiten, die Sicherheitslücken im Gesetz bemerkt haben. Ihre Stimme für eine Harmonisierung der Sicherheitsbestimmungen auf hohem Niveau sollte gehört werden."

"Es ist gut, dass der Gesetzesvorschlag am Vortag debattiert wird", so ACA-Generalsekretär Capt. Siegfried Lenz. "Vielleicht erfahren wir dann endlich, warum sich die EU-Kommission so dagegen sträubt, sichere Regeln auf wissenschaftlicher Basis vorzuschlagen. Wir erwarten auch eine klare Antwort, warum die Kommission keine Anstalten macht, den Vorschlag trotz des deutlichen Votums im Ausschuss nachzubessern, bevor er ins Plenum kommt. Die von allen Wissenschaftlern wiederholt empfohlene Beschränkung der Nachtarbeitszeit auf ein sicheres Limit von 10h ist ein absolutes Muss!"

Gottfried Winkler, geschäftsführender vida-Vorsitzender ergänzt:
"Wir brauchen eine Neuregelung, die Ermüdung der Kabinenbesatzungen im täglichen Betrieb an Bord berücksichtigt. Die Kombination von Bereitschaftsdienst und Flug muss auf 18 Stunden beschränkt werden."

"Würden Sie einen Arbeitsvertrag unterschreiben, wenn die Vertragsbedingungen geschwärzt sind?" fragt der Vorsitzende der vida Sektion Verkehr, Roman Hebenstreit. "Wahrscheinlich nicht. Wie kann die Kommission erwarten, dass die Parlamentarier ein Gesetz durchwinken, bei dem wesentliche Bestimmungen in Regeln verlagert werden, die sie nicht zu Gesicht bekommen, und über die sie nicht entscheiden dürfen? Wir erwarten, dass sie dieses intransparente "Arrangement" ablehnen und keinen Blankoscheck ausstellen."

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